Bücher selbst zu veröffentlichen, ist en vogue. Jedes Jahr erscheinen in Deutschland über 75.000 Bücher von Selbstpublizierern. Vielen davon sieht man an, dass ein Laie am Werk war. Hier ein typisches Beispiel – nicht mit Originaltext, weil es mir keinen Spaß macht, andere bloßzustellen (bei zitiertem Text muss der Urheber genannt werden). Der Blindtext steht aber stellvertretend/sinngemäß für den Text.

Hier das Original. Schriftgröße: 11 Punkt, Zeilenabstand: 18 Punkt.

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(zum Vergrößern auf Bild klicken)

Nach meinem Geschmack sind die Ränder zu klein und der Zeilenabstand zu groß. Hier mein Vorschlag (mit bereits korrigierten Fehlern): dieselbe Schriftgröße, Zeilenabstand: 15 Punkt, Ränder etwas größer. Aber das ist auch Geschmackssache.

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Zur Information sind in diesem Screenshot die Typo-Fehler markiert.

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1. Unterschiedliche Anführungszeichen (vermutlich passiert beim Tausch normaler Anführungszeichen gegen Guillemets).

2. Kein Erstzeilen-Einzug bei den Absätzen (ist nicht zwingend, aber wegen der besseren Lesbarkeit unbedingt angeraten).

3. Das schlimmste Hurenkind, das mir je unter die Augen gekommen ist. (Im Originaltext steht es genau so da wie gezeigt.)

Vermeintlich sind das alles Kleinigkeiten – zumindest ist das die Meinung etlicher Selbstpublizierer. Ich sehe das anders. Denn ich erwarte von einem Buch mit normalem Marktpreis auch normalen, also professionellen, Inhalt – nicht nur, was den Text betrifft. Aber das ist ein anderes Thema …

P. S.: Dass das Buch leider auch keinen Korrekturleser hatte, sollte ich auch noch erwähnen. Etliche Tippfehler, fehlende Anführungszeichen, falsche Namensbezeichnungen …

Typische Anfängerfehler

5 Gedanken zu „Typische Anfängerfehler

  • 2. August 2017 um 12:49
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    Ich bin immer wieder fasziniert und erschrocken zugleich, wenn ich solche Artikel von Dir lese. Man denkt, es kann doch gar nicht so schwer sein, ein Buch zu schreiben, vergisst aber dabei, dass es eben nicht ausreicht, ein paar Worte zu Papier zu bringen. Dabei weiß ich von mir selbst, dass ich Bücher ablehne, weil mir die Schriftgröße, der Zeilenabstand, oder die Schriftart nicht gefällt. Lesen soll mich entspannen und das nicht nur mit seinem Inhalt.

    Was bin ich froh, dass ich damit nichts zu tun haben werde, sollte eines Tages wirklich mal ein Buch von mir erscheinen. Ich kenne da nämlich eine ganz ausgezeichnete Autorin, Korrektorin, Lektorin und Verlegerin, die mir das dann hoffentlich abnehmen wird ;-)

  • 2. August 2017 um 14:46
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    Die „richtigen“ Leute zu kennen, kann manchmal sehr hilfreich sein. :-)

  • 2. August 2017 um 15:00
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    Ich finde es schon gut, wenn man auch solche Tipps bekommt. Ich publiziere bei BoD und habe mir so viele Gedanken darüber noch nicht gemacht. Nach der fünften oder sechsten Korrektur fängt es meist an, unübersichtlich zu werden. Lektorate und Korrektorate sind einfach so teuer, dass es sich nur wenige leisten können. Bei der Menge der Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, ist es im Allgemeinen nicht möglich, bei einem dreihundert Seiten Roman, solche Kosten, auch nur annähernd, wieder hereinzubekommen. So muss man versuchen, aus dem Vorhandenen, das Beste zu machen, und eben solche Tipps dankbar annehmen.

  • 10. August 2017 um 15:46
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    Hallo Renate Blaes, die hier gezeigten Fehler lassen sich doch eigentlich ganz leicht vermeiden. Aber was anderes: Man begegnet sich immer zwei Mal – Sie haben mal eine Katzengeschichte von mir in eine Katzenanthologie aufgenommen. Das Buch habe ich gern verschenkt. Ich habe weiter geschrieben.
    Grüße von Anne Poettgen

  • 18. August 2017 um 13:54
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    Hallo Anne, ja, ich erinnere mich gut an Ihre Geschichte! War in meinem „Kunterbunten“.
    Viele Grüße
    Renate Blaes

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