Auf meinem Schreibtisch liegt ein Buch eines Selfpublishers, das typische Anfängerfehler aufweist. Ein ganz schlimmer Fehler zeigt sich auf folgendem Bild: Der Autor hat ganz offensichtlich die Silbentrennung bei WORD nicht aktiviert (die ist standardmäßig deaktiviert), demzufolge wird im ganzen Buch kein einziges Wort getrennt, was zu teilweise sehr hässlichen Wortabständen führt (besonders schlimm ist die letzte Zeile) und den Grauwert massiv beeinträchtigt.

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Bei den grün markierten Stellen fehlt übrigens jeweils ein Komma, auch ein “beliebter” Fehler bei selbst publizierten Büchern: Der Autor spart sich die Kosten für den Korrekturleser.

Auch beim nächsten Bild sind ein paar Fehler zu sehen.

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1. Die erste Zeile von ersten Absätzen wird grundsätzlich nicht eingerückt.
2. Auch hier ein zu großer Wortabstand durch fehlende Silbentrennung.
3. Die erste Zeile von Absätzen nach doppelter Zeilenschaltung (meist macht man die bei einem neuen Abschnitt) wird ebenfalls nicht eingerückt.
4. Kein Fehler, aber der besseren Lesbarkeit wegen wird bei Büchern mit viel Fließtext die wörtliche Rede nicht mit normalen Gänsefüßchen gesetzt, sondern mit Guillemets, das sind “französische” Anführungszeichen, die aus zwei spitzen Klammern bestehen. Man nennt sie auch Chevrons. Für einen guten Lesefluss sind sie besser geeignet als die klassischen Gänsefüßchen, weil sie oben und unten nicht aus der Zeile ragen.

Grundsätzlich sind in diesem Buch sehr viele Absätze mit doppelter Zeilenschaltung dargestellt. Doppelte Zeilenschaltungen werden aber nur bei Gedanken- und/oder Handlungssprüngen gemacht und/oder wenn ein neuer Abschnitt beginnt.

Ansonsten beginnt man Absätze einfach mit einer neuen Zeile und – zwecks besserer Lesbarkeit – mit Einzug. Außer beim ersten Absatz.


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