Dass es bei Aldi auch Bücher gibt (zumindest zeitweise) ist ja schon länger bekannt.

Vor einigen Wochen war es wieder mal so weit, und ich habe auch welche gekauft. Krimis – für 1,99 Euro pro Stück.

Was die Qualität betrifft, so darf man für so einen Billigpreis nicht viel erwarten. Und so wundere ich mich nicht über folgende Dinge:
Hurenkind. Das ist ein einsames Satzende am Seitenanfang. So etwas ist beim Buchsatz nach wie vor verpönt. In diesem Buch wimmelt es nur so von Hurenkindern.


Absätze werden in einem Buch normalerweise eingerückt – der besseren Lesbarkeit wegen. In diesem Buch wird auf sie verzichtet. Das erschwert das Lesen bzw. die Verständlichkeit allgemein, ganz besonders aber in dem hier gezeigten Fall, wo bei einer wörtlichen Rede nicht ersichtlich ist, dass nun der Antagonist spricht.

Beim nächsten Beispiel wurde ein Kapitelanfang übersehen.

buchsatz

Geschlampt wurde auch bei der Titelgestaltung. Eine Spiegelung in einem Wasser sieht grundsätzlich anders aus. Bei dieser hier ist aber gravierend, dass die Spiegelung seitenverkehrt ist und die Frau auf der Wiese fehlt.

Am Buchinhalt gibt es nichts zu meckern. Spannende Lektüre …

Bücher bei Aldi

6 Gedanken zu „Bücher bei Aldi

  • 13. November 2018 um 12:03
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    Von Amazon-Ablegern erwarte ich schon lange keine Qualität mehr, fängt beim äußeren Erscheinungsbild der Bücher an. Und geht offensichtlich beim Inhalt weiter.
    Sind das Titel von Selfpublishern?

  • 13. November 2018 um 12:04
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    Nein, liebe Sabine, das sind ganz “normale” Verlagstitel.

  • 13. November 2018 um 13:32
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    Immerhin ein gutes Zeichen: Es werden noch gedruckte Bücher gekauft, sonst hätte sie Aldi nicht im Sortiment. Ich kaufe meine aber auch weiterhin bei Timbooktu.

  • 13. November 2018 um 16:39
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    Gedruckte Bücher für 1,99 €.
    Bald werden die Autoren dazuzahlen müssen, damit ihre Bücher in den Verkaufsregalen auftauchen. Somit ist es definitiv klar – die meisten Schreiberlinge werden nur noch als Hobbyautoren unterwegs sein.
    Ob das so gut ist?

  • 13. November 2018 um 16:42
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    Wenn die Bücher bei Aldi in ganz Deutschland verkauft werden, sind die Einnahmen möglicherweise gar nicht mal so schlecht.
    Und die PR ist dabei auch nicht zu vergessen. Die Autorin des oben vorgestellten Buches zum Beispiel werde ich mir näher betrachten und vermutlich auch andere Bücher von ihr kaufen.

  • 16. November 2018 um 08:50
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    Sorry, das sind keine “ganz normalen Verlagstitel”, sondern Zweitverwertungen, die eben nicht durch einen großen Verlag vorgenommen wurden. Entweder gibt das Buch von Verlagsseite aus nur als E-Book (zB das von dir gezeigte), oder das Verlagsbuch hat eine völlig andere Aufmachung (zB Jon Osborne).
    Wie du richtig sagst: für 1,99 EUR kann man keinen “Wert” erwarten. Da wird einfach eine Word-Datei ausgedruckt, fertig. Wer mehr will, muss halt auch mehr bezahlen (für Jon Osborne zB 9,90 EUR)

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