Create Space – die Alternative für Buchdruck auf
Nachfrage

Ich mache meinen Job seit über 30 Jahren. In dieser Zeit habe ich so manche Veränderung erlebt. Bin ich früher noch zu Setzerei, Lithoanstalt und Druckerei gefahren, so setze ich meine Texte längst selbst ab, mache und bearbeite meine Fotos selber und erstelle auch die Druckunterlagen komplett an meinem Computer – mit einem Designprogramm. Die fertige Datei wird der Druckerei gemailt oder per Datenupload übermittelt. Das Haus brauche ich für diese Arbeit nicht mehr zu verlassen. Sehr bequem – und umweltfreundlich, weil mein Auto nicht auf der Straße rumfährt, sondern in der Garage steht.

Das war der Vorspann.

Mein kleiner und spezieller Verlag betreut Autoren, die (vermutlich) bei großen Verlagen nicht unterkommen, obwohl sie es durchaus verdient hätten. Um Bücher erfolgreich auf den Markt zu bringen, bedarf es unter anderem intensiver PR-Arbeit, die braucht Zeit, Muße und Engagement, und deshalb ist die Erstauflage der Bücher meiner Autoren nicht hoch. Je nach Genre und erwartetem Verkauf 100 – 1.000 Stück. Man muss die Sache erstmal pragmatisch angehen. Nachdrucken kann man jederzeit, denn im Vergleich zu früher sind Kleinauflagen aufgrund des Digitaldrucks nicht teuer. Sie sind sogar erstaunlich preiswert, vor allem dann, wenn man Kontakt zu entsprechenden Druckereien hat. Und den habe ich.

In diesem Zusammenhang ein kleiner Vergleich. Ein Buch mit 400 Seiten, Auflage 200 Stück. Das höchste Angebot lag bei 1.400 Euro, das niedrigste bei 600 Euro. Nun muss das niedrigste Angebot natürlich nicht das beste sein, aber in diesem Fall war es das. Denn die Druckqualität, die ich natürlich getestet habe, war hervorragend, und diese Druckerei ist seitdem mein Druckpartner – für Kleinauflagen von Taschenbüchern. Dazu kommt noch, dass der Kontakt ausgesprochen angenehm verläuft und die Arbeit prompt ausgeführt wird. Beispiel: Ich maile am Montag die Druckdaten, und am Mittwoch liegt das Testbuch auf meinem Schreibtisch. Das ist eine ganz herausragende Dienstleistung, die ich, gekoppelt mit der Druckqualität, bislang noch nicht erlebt habe.

Nun kommt aber ein anderer Aspekt hinzu: Keiner weiß, wie sich die Nachfrage entwickelt. Deshalb genügt eine Kleinauflage fürs Erste. Aber wie verfährt man dann weiter? Kein Autor möchte Bücher im Regal lagern, wo sie möglicherweise verstauben. Aber ebenso wenig möchte der Autor, dass er Bestellungen mangels Büchern nicht ausführen kann. Was macht er also? Auf Risiko drucken lassen? Die Alternative lautet: Create Space. Denn Create Space druckt auf Nachfrage – und liefert direkt aus, über Amazon. Also kein Verwaltungsaufwand!

Ich habe bislang über das Angebot der Amazon-Tochter nur gehört. Vor zwei Wochen habe ich es ausprobiert. Und ich kann sagen: die Sache lohnt sich, auch wirtschaftlich!
Fortsetzung folgt

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Blaes, Ihre Vorgehensweise ist sehr interessant und eröffnet Perspektiven für Autoren/Innen, die von großen Verlagen mit Achselzucken abgetan werden. Also freuen wir uns über eine prima Alternative zu der Vereigerung der anderen.
    Ciao Markus Dosch

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