Meinen Job als Grafikdesignerin mache seit über 30 Jahren. Im Laufe der Zeit habe ich dabei viele und unterschiedliche Erfahrungen mit Druckereien gemacht. Um überhaupt zu begreifen, wie der Ablauf in einer Druckerei so stattfindet, habe ich viele Stunden dort verbracht. Habe mir die Produktionsabteilung und die Druckmaschinen angeschaut, mit Druckern gesprochen, habe viele Fragen gestellt und viele aufschlussreiche Informationen und Erklärungen bekommen. Alles in allem hat sich der Aufwand gelohnt, denn es ist erstens interessant, und zweitens wichtig für die Zusammenarbeit mit Druckereien, weil die Kommunikation danach reibungslos abläuft, weil ich weiß, wovon die Fachleute reden – und umgekehrt. Und wenn Fehler passieren, kann man mir nicht mehr ein X für ein U vormachen, weil ich weiß, wohin der Hase hoppelt.

Das ist die eine Sache.

Eine andere Sache ist die mit den Preisen, denn die können für die ein- und dieselbe Drucksache durchaus unterschiedlich sein. Unter anderem beeinflussen Maschinenpark, Personalkosten und Standort die Kalkulation. Vor allem Letzterer ist im Zuge der Globalisierung für Autoren relevant, denn Druckereien in Polen, Russland oder Tschechien zum Beispiel bieten für deutlich geringere Kosten eine hervorragende Qualität. Hier ein Beispiel für ein Hardcoverbuch. Inhalt 160 Seiten, Fadenheftung + Lesebändchen. Auflage: 1.000 Stück

Hier das Angebot einer Druckerei in Tschechien. Zahlungsziel 14 Tage nach Lieferung.

Druckerei-1
Kosten: 1.630 Euro


Das nächste Angebot kommt aus Polen. Hier wird Vorkasse verlangt. Vorkasse bei einer ausländischen Druckerei ist eine heikle Angelegenheit, denn was machen wir, wenn die Druckqualität nicht in Ordnung ist? Rechtsstreit in Polen? Nein, danke!

druckerei-2

Kosten: 2.040 Euro


Das Angebot einer Druckerei aus Deutschland ist deutlich höher und das ohne Fadenheftung, sondern mit Klebebindung.

Druckerei-3

Kosten: 2.959 Euro


Den Vogel schießt ein Druckdienstleister aus Deutschland ab. Ebenfalls ohne Fadenheftung und Lesebändchen.

Druckerei-4

Die Tatsache, dass ab 200 Stück kein Mengenrabatt mehr eingeräumt wird, macht das Angebot völlig unattraktiv. Denn 1.000 Bücher würden sage und schreibe 7.790 Euro kosten!


Den Auftrag hat die Druckerei in Tschechien abgewickelt, und ich war sehr gespannt auf die Qualität. Der angekündigte Tag der Lieferung wurde pünktlich eingehalten und der Kunde sagte zu dem Druckergebnis: Super!

buecherNachdem ich die Belegexemplare in Händen hatte, konnte ich seine Meinung bestätigen …

Geld sparen beim Buchdruck

3 Gedanken zu „Geld sparen beim Buchdruck

  • 7. Oktober 2015 um 17:08
    Permalink

    Hallo, habe Deine tolle Auflistung angesehen.
    Super, dass es geklappt hat.
    Darf ich erfahren, welche Druckerei in Tchech. die Bearbeitung tätigte?
    Vielen Dank,
    Grüße.

  • 4. Dezember 2015 um 13:05
    Permalink

    Hallo Zusammen,
    ich arbeite seit 25 Jahren in der Druckindustrie und seit 8 Jahren in Osteuropa.
    Wenn sie kein Geld vorstrecken wollen und Angst haben es zu verlieren, sollte die Qualität nicht gut sein, dann beauftragen sie doch einfach uns. Dienstleister in Deutschland. Druck im Osten. Rechnung aus Deutschland. Wir übernehmen dass für Sie. Und zu oben genannten Beispiel, wären wir sogar noch günstiger. ALSO: KEIN böses Erwachen !
    Globalisierung ist leider nicht aufzuhalten.
    Einfach anfragen, Preis innerhalb 24 Stunden, da eigene Kalkulation in Deutschlandbüro.
    marc@pcb-barta.de
    Freue mich
    Marc

  • 12. August 2018 um 02:43
    Permalink

    Hallo, zwar ist dieser Thread schon 3 Jahre alt, aber trotzdem noch ein Kommentar dazu.

    Bezüglich des angeführten Druckdienstleisters mit dem exorbitanten Preis werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Offensichtlich handelt es sich um einen Print-on-Demand-Anbieter, also um Digitaldruck (der Screenshot sieht nach BoD aus), da der Schwerpunkt sichtbar auf Kleinauflagen ab 1 Expl. liegt und oberhalb von 200 Expl. keine Differenzierung mehr stattfindet.

    Eine 1000er-Auflage im Digitaldruck herstellen lassen zu wollen, ist natürlich nicht nur wirtschaftlich völlig absurd, sondern eben zusätzlich mit den Qualitäts-Nachteilen des Digitaldrucks behaftet (es sei denn, man lässt Fotobücher erstellen, aber dann laufen die Kosten natürlich noch extremer aus dem Ruder).

    Also den Digitaldruckanbieter im obigen Beispiel einfach streichen, da nicht vergleichbar. Oder darauf hinweisen, dass dies nur für kleinste Testauflagen, am besten textlastig und ohne hohen Qualitätsanspruch, geeignet ist – die sonst *überhaupt nicht* wirtschaftlich realsierbar sind – und für alles, was ohne nennenswerte Startauflage auskommen muss. Und natürlich auch sehr wertvoll als sinnvolle Alternative zu den “Druckkostenzuschussverlagen”*).

    Ansonsten aber vielen Dank für den Kostenvergleich der drei anderen Anbieter, für die Behandlung des Themas insgesamt und die wichtige Frage nach Haftungs-/Gewährleistungsproblemen bei Vorkassegeschäften. Die übrigens nicht nur im Ausland ein Problem sind, sondern auch bei unseren bundesdeutschen Online-Druckdienstleistern. Klagen gegen Saxoprint oder Flyeralarm oder solche Anbieter, bei denen man im gesamten Prozess (Vorstufe + Herstellung + Lieferung) keine Chance hat, überhaupt jemals irgendeinen lebenden Menschen ans Telefon zu bekommen? Auch hier viel Vergnügen! Auch wenn es bei Firmensitzen im Ausland natürlich in praxi völlig aussichtslos ist und einen etwaigen Minderpreis absolut nicht wert.

    Bitte noch ein P.S. mit der Erläuterung des Sternchens oben im Text:
    *) Ein Bekannter ist gerade wieder auf ein solches Angebot eines “Druckkostenzuschussverlages” hereingefallen und zahlt für sein schon vom Thema her quasi “unverkäufliches” Buch 2.000 Euro an diesen Verlag, und das für eine 250er(!) Auflage als A5-Paperback(!). Das zudem extrem miese Autorenhonorar führt noch dazu, dass er selbst beim (gänzlich illusorischen) Abverkauf der gesamten angeblichen Auflage (250 Expl. abzüglich seiner 30 Autorenexemplare = 200 Lagerexemplare) noch immer mit 1200 Euro im Minus bleibt! – Ich habe ihm Korrektorat und Satz für lau gemacht, sonst wäre alles noch viel schlimmer geworden (knapp 1000 Euro extra nur für den Satz). Wobei ich von den Vertragskonditionen mit dem Verlag leider überhaupt erst nach Druckbeginn erfahren habe, was mich dann besonders geärgert hat, weil er jetzt “nicht mehr zu retten ist”. Er ist mit seinem Spezialthema (historische Fachaufsätze) quasi der Musterkandidat für eine PoD-Produktion, mit einer Start-Investition in Höhe von nur 19 Euro via BoD für die formelle Publikation incl. ISBN und 186 Euro für die 30 Autorenexemplare, die er beim DKZS-Verlag “kostenlos” bekommt. Macht 205 Euro Gesamtkosten(risiko) via PoD-Dienstleister. Bei dem vom DKZS-Verlag nicht minder exorbitant angesetzten Verkaufspreis hätte er bei BoD schon bei 17(!) tatsächlich verkauften Exemplaren alle seine Kosten drin gehabt und beim Verkauf von 220 Expl. (das ist die vom DKZS-Verlag ja angeblich für den Verkauf auf Lager produzierte Menge) hätte er sich über fast 2500 Euro Erlös freuen können – bei “seinem” Verlag hat er, wie gesagt, dann noch ein Minus von 1180 Euro. — Natürlich haben die PoD-Dienstleister ihre eigenen spezifischen Probleme und Nachteile, aber es schmerzt schon, mitansehen zu müssen, wie jemand mit einem klassischen Nischenthema-Buch auch noch wie eine Weihnachtsgans ausgenommen wird. Der exorbitante Verkaufspreis für das Buch lässt bei mir übrigens den Verdacht aufkommen, dass der Verlag gar kein Interesse am Verkauf des Buches hat – schließlich hat der Autor ja nicht nur einen “Druckkostenzuschuss” bezahlt, sondern wirklich alles, incl. des jetzt schon satten Gewinns für den Verlag. Wenn noch ein paar Weltfremde oder Institutionelle den irren Preis bezahlen, um so besser für den Verlag. Ein Trauerspiel… und schnell Schluss damit an dieser Stelle, sonst ärgert ich mich noch mehr…

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