Gestern habe ich auf den Münchner Autor Markus Dosch hingewiesen. Heute veröffentliche ich einen Auszug aus einer seiner wunderbaren Geschichten.

Karussell

Im Kettenkarussell
Als junger Mensch habe ich einen Sommer lang bei meinem Onkel in München als Helfer bei seinen Lebensmitteltouren im bayerischen Oberland beim Ausfahren der Waren ausgeholfen. Das war insofern unangenehm, weil ich schon um 4 Früh aufstehen mußte, um noch rechtzeitig in der Großmarkthalle zu erscheinen. Frühstück gab’s vorher noch bei ihm zuhause, hergerichtet von seiner Frau Amalie, eine bildhübsche, etwas kühle Brünette. Nachdem wir den kleinen Lieferwagen mit Kisten vollgepackt hatten, ging es los. Überall war mein Onkel Sepp ein angesehener Mann, der besonders mit den Damen der Läden schäkerte. Er hatte eine volltönende Stimme, für mich ein wenig zu schmalzig, aber die Damen goutierten das.

Wir fuhren also die damals noch kleineren Orte an, er handelte mit den Ladenbesitzern oder deren Angestellten, ich holte die Kisten aus dem Wagen und der Onkel trug sie zu den Läden. Ab und zu stieg ich mit der Kiste vom Wagen herab und trug sie dann zum Onkel und den Damen. Und an einem dieser Orte ist es dann passiert. Der Onkel schrie “hey du, bring mir die Kiste mit den Salaten, aber schnell, nicht piano.” Ich also die Kiste hergeholt, an meine Brust gequetscht und auf das Trittbrett des Wagens gestiegen. Wenigstens hatte ich das vor, denn ich verfehlte mit einem Fuß das schmale Brett und rasselte mitsamt der Kiste auf den Boden und direkt mit dem Kopf auf die unten stehende Waage. Das war ein enormer Schlag, genau an die linke Nasenscheidewand! Ich traf die Waagenwand an der das Gewicht hing, um ein Haar und es wäre das Auge getroffen worden. Scheiße! Sofort lief mir das Blut aus der Nase wie ein Springbrunnen …
Fortsetzung auf dem Blog von Markus Dosch

Im Kettenkarussell
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