Meine Vorgehensweise beim Lektorat ist so: Erst lese ich das Manuskript am Computer – und zwar mit dem Programm “Word”. Ich kann das Word nicht leiden, unter anderem weil es eine unglaublich miserable Rechtschreibprüfung hat, die den Namen gar nicht verdient, weil sie einerseits die meisten Fehler übersieht, und andererseits Fehler anzeigt, die gar keine sind. So meint das dämliche Programm beispielsweise, nach einem Komma soll man das Leerzeichen löschen!

Ich benutze das ungeliebte Programm aber trotzdem und zwar aus dem Grund, weil es die Korrekturen visualisiert, der Autor also nachvollziehen kann, wo und warum ich meinen “Rotstift” angesetzt habe.

Lektorat-2

Meine Änderungen nachvollziehen zu können, ist für den Autor sehr wichtig. Vor allem in Bezug auf den Lerneffekt.

Ist der Autor mit meinen Korrekturen einverstanden, wird das Manuskript mit InDesign gestaltet und danach nochmal anhand dem Duden-Rechtschreibprogramm überprüft. Dieses Programm ist zwar auch nicht perfekt (wer oder was ist das schon?), aber doch sehr hilfreich. Die fertige Datei erhält der Autor als PDF und erhält so einen ersten Eindruck, wie sein Buch aussehen wird. Ich bitte dann darum, die Datei auszudrucken, AUFMERKSAM zu lesen, Änderungen/Korrekturen anzubringen und mir zu schicken. Dann lese ich das Manuskript (jetzt auf Papier) zum zweiten Mal und bin immer wieder erstaunt, wieviele Fehler ich beim Lesen am Computer übersehen habe.

lektorat
Und heute, an einem diesig-sonnigen Donnerstag, sitze ich auf meiner Terrasse, ein Manuskript vor mir auf dem Tisch und lese wieder mal Korrektur – mit Blick auf den Ammersee und Kloster Andechs. So macht Lektorieren besonderen Spaß!
See

Lektorat mit Seeblick
Markiert in:                     

3 Gedanken zu „Lektorat mit Seeblick

  • 7. September 2014 um 15:57
    Permalink

    “..zum zweiten Mal und bin immer wieder erstaunt, wieviele Fehler ich beim Lesen am Computer übersehen habe.” Ein wahres Wort, das geht mir genauso.
    Und eine zweite Erfahrung die ich im Lauf der Zeit gemacht habe: Wenn ich einen Fehler übersehe, dann nicht im Kleingedruckten sondern 24 Punkt groß in der Überschrift 🙂

  • 7. September 2014 um 16:06
    Permalink

    In der Tat, lieber Leopold … Überschriften muss man ganz genau betrachten, denn die vernachlässigt man leicht.
    Es gab übrigens mal über Monate hinweg ein “Schwarzwälder Kirchwasser”. Bis ein Kunde der Schnapsbrennerei die Werbeabteilung auf den Fehler im Label aufmerksam machte … 😉

  • Pingback:Warum einem Manuskript ein Lektorat gut tut - Renate Blaes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.