Lektorat mit Seeblick

Meine Vorgehensweise beim Lektorat ist so: Erst lese ich das Manuskript am Computer – und zwar mit dem Programm “Word”. Ich kann Word nicht leiden, unter anderem weil es eine miserable Rechtschreibprüfung hat. Einerseits übersieht sie die meisten Fehler, andererseits zeigt die Fehler an, die gar keine sind. So meint das dämliche Programm beispielsweise, nach einem Komma solle man das Leerzeichen löschen!

Ich benutze das ungeliebte Programm aber trotzdem und zwar aus dem Grund, weil es die Korrekturen visualisiert, der Autor also nachvollziehen kann, wo und warum ich meinen “Rotstift” angesetzt habe.

Lektorat-2

Meine Änderungen nachvollziehen zu können, ist für den Autor sehr wichtig. Unter anderem auch in Bezug auf den Lerneffekt.

Ist der Autor mit meinen Korrekturen einverstanden, wird das Manuskript mit InDesign gestaltet und danach mit dem Duden-Rechtschreibprogramm überprüft. Dieses Programm ist zwar auch nicht perfekt (wer oder was ist das schon?), aber doch sehr hilfreich.

Die fertige Datei erhält der Autor als PDF und bekommt so einen ersten Eindruck, wie sein Buch aussehen wird. Ich bitte dann darum, die Datei auszudrucken, AUFMERKSAM zu lesen, Änderungen/Korrekturen anzubringen und mir zu schicken. Dann lese ich das Manuskript (jetzt auf Papier) zum zweiten Mal und bin immer wieder erstaunt, wieviele Fehler ich beim Lesen am Computer übersehen habe.

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Und heute, an einem diesig-sonnigen Donnerstag, sitze ich auf meiner Terrasse, ein Manuskript vor mir auf dem Tisch und lese wieder mal Korrektur – mit Blick auf den Ammersee und Kloster Andechs.

See

So macht Lektorieren besonderen Spaß!


3 Kommentare

  1. “..zum zweiten Mal und bin immer wieder erstaunt, wieviele Fehler ich beim Lesen am Computer übersehen habe.” Ein wahres Wort, das geht mir genauso.
    Und eine zweite Erfahrung die ich im Lauf der Zeit gemacht habe: Wenn ich einen Fehler übersehe, dann nicht im Kleingedruckten sondern 24 Punkt groß in der Überschrift 🙂

  2. In der Tat, lieber Leopold … Überschriften muss man ganz genau betrachten, denn die vernachlässigt man leicht.
    Es gab übrigens mal über Monate hinweg ein “Schwarzwälder Kirchwasser”. Bis ein Kunde der Schnapsbrennerei die Werbeabteilung auf den Fehler im Label aufmerksam machte … 😉

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