Magnus Klaue – mal wieder

Da ich staune, wieviele Menschen auf diese Seite finden, weil ich einen Text von Herrn Klaue kritisch beurteilt habe, hier mal wieder ein kleiner Textauszug von ebendiesem, gefunden bei isf-freiburg:


…. Andererseits glaubt man, mittels der Sprache, da sie doch wirklichkeitskonstituierende Kraft habe, gleich auch die Gesellschaft verändern zu können, die sie spricht, und frönt einem Reglungswahn, der noch vor 50 Jahren das Privileg deutschnationaler Sprachreiniger gewesen ist. Mit diesen gemein haben die progressiven Sprachwächter zumindest die Annahme, dass die Sprache und ihre Verwendung permanent auf die Korrektheit der ihr zugrunde liegenden Gesinnung überprüft werden müßten. … Das Bemühen um die korrekte Sprache hat die Sehnsucht nach dem besseren Leben erstickt.


“Das Bemühen um die korrekte Sprache hat die Sehnsucht nach dem besseren Leben erstickt.” Verehrter Herr Klaue, können Sie erklären, was Sie damit meinen? Ich verstehe den gesamten Beitrag von Anfang bis Ende nicht.

Wer ihn versteht, möge mir doch bitte die Übersetzung schicken. Danke!

14 Kommentare

  1. Leider kann ich keine Übersetzung bieten, weil ich den Text auch nicht verstehe. So ein unverständliches Gemühe habe ich selten gelesen.

  2. Vergiss Herrn Klaue, liebe Renate. Die Aufregung lohnt nicht!

    Liebe Grüße
    Andrea

  3. @riedel
    Was Sprachreiniger sind, weiß ich leider auch nicht. Herr Klaue ist auf alle Fälle keiner …

  4. Oh, oh … dieser Text tut ja richtig weh!
    Schöne Wochenendegrüße aus dem hohen Norden – Elfi

  5. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Menschen es schaffen, sich so auszudrücken, dass niemand sie versteht … ich vermute Absicht dahinter.

  6. Man müsse Sprache “permanent” auf die “Korrektheit der ihr zugrundeliegenden Gesinnung” überprüfen.
    Man müsse permanent? Warum? Was bedeutet Korrektheit? Liegt stets immer nur Gesinnung zugrunde? Geht es hier allein nur um Misstrauen in Sprache? Auch in die Unzulänglichkeit der eigenen?
    Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Fragen, die sich mir stellen. Er soll genügen, eines zu zeigen: verwendet ein Text zuviele Wertungen, dann schafft er damit nur Interpretationsspielräume, wirft er nur Fragen auf. Fragen zB auch nach der eigenen Gesinnung. Der Autor empfiehlt seinen Lesern mit diesem Satz eine Methode. Wendet er sie aber bei sich selbst an? Seine Gesinnung jedenfalls ist nicht erkennbar.
    Nehmen wir das Beispiel einfach nur als eines von Vielen, um die Verklärungen zu belegen, die uns umgeben.
    Dr. Michael Franz

  7. Misstrauen in Sprache? Sprache ist Ausdruck von Gedanken und Gefühlen. Ich misstraue nicht der Sprache, sondern dem Menschen, der mit umgeht. Sprache als solche ist abstrakt. Bedeutet gar nichts. Nur der Mensch macht was daraus. (Be)nutzt sie. Sprache kann klar und eindeutig sein. “Diese rote Blume gefällt mir”. An diesem Satz gibt es nichts zum Grübeln. Da gibt es einen Menschen, dem eine rote Blume gefällt.

    Sprache dient der Verständigung. Und dazu sollte sie auch verwendet werden.

    Elaborate wie die von Herrn Klaue dinenen nicht der Verständigung, sondern nichts anderem als der Selbstbefriedigung. Und genau das nehme ich Herrn Klaue übel. Er will Menschen nichts mitteilen, denn sonst würde er sich verständlich ausdrücken.

  8. Es verwundert mich doch sehr, dass man hier plötzlich so tut, als gäbe es ein Grundrecht auf spontane Verständlichkeit. Es ist doch nicht Pflicht eines Autoren, dem Leser alles vorzukauen. Wer erkennen und verstehen will, der muss sich eben anstrengen.

  9. Das sind die Sätze, deren Genialität nur der Autor kennt. Wenn er es liest, implizieren die Aufwinde schwelender Empfindungsfähigkeit, dass ihm geniales Agieren gelungen ist. Meiner Meinung nach ist das Verkomplizieren immer ein Indiz der Hilflosigkeit. Das wahre Genie entkompliziert!

  10. So sehe ich es auch: Die Kunst des Schreibens liegt in der Einfachheit. Dazu empfehle ich immer wieder und sehr gern “Die Wand” von Marlen Haushofer.

  11. Nun ja, Herr Klaue hat sichtlich ein Problem mit der “Political Correctness”, was ich teilweise nachvollziehen kann. Bin ich rassistisch, wenn ich “Neger” schreibe, oder sexistisch, wenn ich meine Leser nicht als LeserInnen tituliere? Trotzdem finde ich seinen Vergleich mit deutschnationalen Sprachreinigern unpassend. Die Sprache des Dritten Reichs war ja bewusst darauf angelegt, Menschen auszugrenzen. Wenn manche jetzt die “Sprache permanent auf die Korrektheit der ihr zugrunde liegenden Gesinnung überprüfen”, dann ist das der Versuch des genauen Gegenteils, nämlich möglichst niemanden auszuschließen. Das führt manchmal zu komischen Stilblüten (wie der “Herr Professorin” an der Uni Leipzig), aber die Sehnsucht nach dem besseren Leben wird daran schon nicht ersticken.
    Einfach locker bleiben, Herr Klaue.

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