Null Interesse!

Was ich interessant finde: Dieses Blog hat sehr viele Besucher. Was aber wohl die wenigsten interessiert, sind die Rechtschreib- und Grammatiktests. Für die interessiert sich nämlich kein kaum jemand.

Angesichts der fatalen Unkenntnisse von Rechtschreibung und Grammatik finde ich das sehr aufschlussreich. Und ich kann jedem Autor (und nicht nur dieser Spezies) empfehlen, sich ein kleines bisschen (ja, das vorangegangene Wort schreibt man klein) damit zu beschäftigen. Es ist erstaunlich, wie wenige Menschen sich damit auskennen – auch die, die sich der Bildungselite zugehörig fühlen. Wenn ich mir so die Emailtexte anschaue, kann ich mich nur mit Grauen abwenden. Fehlende Kommasetzung, falsche Groß- und Kleinschreibung … es ist erschütternd!

Zu 100 Prozent werden sich vermutlich nur wenige auskennen. Bastian Sick gehört dazu – ich gehöre nicht dazu. Aber wenn ich mir nicht sicher bin, schlage ich nach. Und auch das kann ich nur empfehlen. Zumindest den Menschen, die ihr Manuskript als Buch veröffentlichen wollen. Die deutsche Rechtschreibung hat zugegebenermaßen viele Macken und ist sehr oft in sich auch unlogisch. Grundsätzlich aber dient sie der besseren Lese- und Verständnisqualität. Was ursprünglich die Absicht dahinter war … vermute ich mal wohlwollend vor mich hin.

Dass die Rechtschreiblobby mit der sogenannten Reform andere Ziele verfolgt hat, steht auf einem anderen Blatt. Denn da ging’s nicht um die Sache, sondern nur ums Geldverdienen. Die alte Rechtschreibung war in Ordnung … die neue hätte es nicht gebraucht. Diesbezüglich sind sich eigentlich alle einig – ausschließlich die, die damit Kohle verdient haben, sehen das anders.

4 Kommentare

  1. Im Gegensatz zur klassischen Rechtschreibung scheint es kein fehlerfrei funktionierendes Rechtschreibprogramm für die Reformrechtschreibung zu geben. Wenn es eines gäbe, wäre es ein Selbstläufer. Da ich die Softwareentwickler nicht allesamt für zu dumm ansehe, scheint es nicht möglich zu sein, denn Zeit genug war jetzt. Für die klassische Rechtschreibung war es möglich, denn es waren viel weniger Fehler in Zeitungen und Büchern. Auch das ist ein Wertmaßstab.

  2. Da stimme ich Ihnen zu. Die kostenlose Rechtschreibprüfung von WORD ist ein Witz, die teure Rechtschreib- und Grammatikprüfung von DUDEN ist äußerst mangelhat. Und die Fehler in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften haben in der Tat zugenommen. Kein Wunder bei den vielen unlogischen Regeln der neuen Rechtschreibung.

  3. Also ich achte bei Emails und Tweets grundsätzlich nicht so sehr auf die Rechtschreibung, denn da muss es meistens schnell gehen. Ist das so schlimm?

    Die junge Generation geht noch einen Schritt weiter und kürzt alles ab.
    So ist ein MOF beispielsweise ein “Mensch ohne Freunde”.

    Ich gebe dir Recht Renate, nenne das Ganze aber eine Zeiterscheinung! Die Rechtschreibreform hat zusätzlich für Verwirrung gesorgt. Hauptsache die professionelle Kommunikation in Büchern, zwischen Geschäftspartnern und in Zeitungen und Medien passt. Da werd ich mir weiterhin Mühe geben. 😉
    Gruß Rogo

  4. Lieber Rogo, Rechtschreibung und Grammatik halte ich überall für wichtig, auch und gerade in Mails und Tweets. Ich finde, das ist eine Sache des Respekts. Dem Empfänger gegenüber, aber auch gegenüber sich selbst. Wer schlampig und fehlerhaft korrespondiert, gibt sich selbst ein schlechtes Zeugnis …

    Lieber Gruß
    Renate

    P. S.: Abkürzungen hingegen halte ich für durchaus legitim … denn das waren sie ja immer schon.

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