Als ich mich vor vielen Jahren mit einem Werbestudio selbstständig gemacht und für meine Kunden Drucksachen gestaltet habe, führte mich mein Weg sehr bald zu den Produktionspartnern, die da waren:

– Setzerei
– Lithoanstalt
– Druckerei

Dort habe ich mich schlau gemacht. Habe mit Mitarbeitern geredet, stand an Reprokameras und Druckmaschinen, habe viele Fragen gestellt und gelernt, auf welche Dinge es in den einzelnen Sparten ankommt.

Herkömmliche Setzereien gibt es wohl kaum noch – weil kaum einer noch Papierabzüge braucht. Wir Designer setzen unsere Texte längst mit dem PC.

Mit Lithoanstalten verhält es sich ähnlich. Fotobearbeitung und die Dateien machen wir selber – mit genialen Foto- und Designprogrammen. Und die fertigen Druckdateien schicken wir dann übers Internet direkt an die Druckerei, denn die gibt es nach wie vor.

Allerdings ist eine neue Drucktechnik dazu gekommen: der Digitaldruck

digitaldruck

Für viele Autoren kommt genau diese Drucktechnik infrage, weil sie bei kleinen Auflagen deutlich wirtschaftlicher ist als der Offsetdruck.

Beim Digitaldruck gibt es zwei Verfahren: Laserdruck und Inkjetdruck. Der Unterschied wird hier erklärt. Die Technik ist gleiche wie bei unseren kleinen Bürodruckern.


Welches Verfahren für welches Buch?

Bei kleinen Auflagen bis zu 300 Büchern empfehle ich meinen Autoren den Laserdruck. Die Qualität ist gut, auch bei Fotos. Egal, ob schwarz-weiß oder farbig.

laserdruck

Ab 300 Büchern ist der Inkjetdruck interessant, denn ab dieser Stückzahl kostet er weniger als der Laserdruck. Die Druckqualität von Text ist ähnlich gut wie beim Laserdruck, und mit bloßem Auge kann man kaum einen Unterschied wahrnehmen. Mit einem Fadenzähler allerdings schon.

fadenzaehler

Bei einem Taschenbuch mit 200 Seiten und einer Auflage von 500 Stück beträgt der Stückpreis beispielsweise:

1,70 Euro (pro Stück, Laserdruck)
1,34 Euro (pro Stück, Inkjetdruck)

Bei 500 Büchern kann man also rund 180 Euro sparen.

Bei Büchern, wo es auf Fotoqualität ankommt, ist Inkjetdruck nicht unbedingt geeignet, weil die Darstellungsqualität nicht so gut ist wie bei Laserdruck. Flauer und weniger scharf.


Nun zum Offsetdruck.

Der wird bei hochwertigen Vierfarb-Buchprojekten mit höherer Auflage relevant. Bei einem Buch mit vielen Abbildungen zum Beispiel.


Hier kann der Laserdruck preislich definitiv nicht mithalten. Beispiel mit einem Kochbuch, Format 164 x 234 mm, 160 Seiten, Auflage 1.000 Stück:

4,10 Euro (pro Stück, Laserdruck)
2,30 Euro (pro Stück, Offsetdruck)


Bei der Wahl des Druckverfahrens kommt es also immer auf das jeweilige Projekt an.

Dass es bezüglich der Kosten bei den einzelnen Druckereien dann wieder deutliche Preisunterschiede gibt, steht auf einem anderen Blatt. Die Angebote der verschiedenen Druckereien für das eben genannte Kochbuchprojekt pendelten zwischen 2.300 und 3.800 Euro.

Aber: Der billigste Anbieter ist letztendlich nicht immer auch die beste Wahl, denn was nützt es, wenn man zwar weniger zahlt, die Qualität aber nicht stimmt. Wenn sich beim Aufschlagen des Buches beispielsweise die Seiten lösen, weil der Buchbinder zu wenig Leim in die Maschine gefüllt hat. Wie das Ergebnis aussieht, zeige ich in diesem Blogbeitrag.

Offsetdruck oder Digitaldruck?

7 Gedanken zu „Offsetdruck oder Digitaldruck?

  • 19. Februar 2019 um 10:59
    Permalink

    Ein sehr informativer und hilfreicher Beitrag zum Digitaldruck. Wirklich zu empfehlen, diese Seite!
    Es grüßt Harald A. aus Oberhausen

  • 19. Februar 2019 um 11:09
    Permalink

    Vielen Dank, lieber Harald!

    Herzliche Grüße vom Ammersee nach Oberhausen – Renate

  • 19. Februar 2019 um 14:03
    Permalink

    Wie immer ein informativer Blogbeitrag, liebe Renate. Danke dafür!

    Viele Grüße aus der Großstadt, auch von Stella.

    Roberto

  • 19. Februar 2019 um 15:58
    Permalink

    Ein interessantes Thema. Der richtige Druck, und für mich vor allem die richtige Druckvorbereitung. Alles nicht so einfach, aber Gott sei Dank bin ich Amateur, der nicht das perfekte Ergebnis erwartet, und wohl auch gar nicht erkennen kann.

  • 20. Februar 2019 um 12:47
    Permalink

    Na ja, lieber Axel, ein mit zu wenig Leim gebundenes Buch wirst selbst du auf den ersten Blick erkennen. Dann nämlich, wenn du es aufschlägst, es da liegt – platt wie eine Flunder – und du beim Umblättern die Seiten einzeln entnehmen kannst. 😉

  • 1. Juli 2019 um 13:32
    Permalink

    Guten Tag,
    ich habe ein Verständnisproblem.
    Bei Offsetdruck handelt es sich um eine Drucktechnik.
    Bei Digitaldruck ist doch nur die Quelle oder Vorlage eine Digitale.
    Oder sehe ich das komplett falsch?
    LG
    Manu

  • 1. Juli 2019 um 13:34
    Permalink

    Liebe Manu, ja, das sehen Sie falsch. Digitaldruck ist ebenfalls eine Drucktechnik. Die Vorlage ist bei beiden Verfahren dieselbe: ein hochaufgelöstes PDF.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.