In einem Autorenforum habe ich vor einiger Zeit eine Buchseite vorgestellt. Dazu fragte dann ein “Fachmann”, warum ich den optischen Randausgleich nicht verwendet hätte. Ich habe darauf geantwortet: “Weil mir der optische Randausgleich nicht gefällt.” Warum er mir nicht gefällt, zeige ich mit diesem Bild:

randausgleich

(zum Vergrößern Bild anklicken)

Wie man sehen kann, sind ohne Randausgleich die Bindestriche bündig mit dem Text. Und mit Randausgleich ragen sie über den rechten Rand hinaus. Es mag Menschen geben, die das mögen, ich mag es nicht. Mir ist es zu unruhig und die Bindestriche wirken zu dominant. Zumindest bei dieser Schriftart – die ich für die meisten Bücher meiner Autoren verwende. Es ist übrigens die Janson – eine Serifenschrift.

Optischer Randausgleich

4 Gedanken zu „Optischer Randausgleich

  • 12. Februar 2017 um 11:08
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    Da geht es mir wie Dir. Ich finde, dass mit dem optischen Randausgleich die Seiten unruhiger wirken. Hat man so etwas zu Zeiten des Bleisatzes eigentlich auch schon gemacht?

  • 12. Februar 2017 um 20:08
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    Ja, den gab es im Bleisatz auch schon. Hier ein Artikel über gute Typografie von Martin Z. Schröder. Beim 5. Foto siehst du den Randausgleich mit einem etwas nach rechts gesetzten Trennstrich.

  • 12. Februar 2017 um 20:22
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    Daß die rechte Seite mit Randausgleich unruhig wirkt, liegt nicht am Randausgleich, sondern an der falschen Einstellung. Der Bindestrich sollte nicht etwa 4 Punkt aus der Satzkante ragen, wie auf dem Bild oben, sondern anderthalb. Der Ausgleich macht die Kante glatter, schon Gutenberg hat ihn angewendet. Tschichold hat ihn wiederentdeckt. Man muß außerdem auch richtig hinschauen, also nicht die Satzzeichen fokussieren am rechten Rand. Dann fallen sie natürlich auf. Satz mit Randausgleich ist qualitativ besser.

  • 25. Februar 2017 um 10:02
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    Das ist Geschmackssache. Mit gefällt der Randausgleich nicht. Auch dann nicht, wenn er kleiner ist. Und in vielen Büchern renommierter Verlage ist er auch nicht zu sehen. Ich stehe also nicht allein da mit meiner Meinung.

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