Zur Zeit lektoriere ich ein Manuskript, das bereits lektoriert wurde. Leider sieht man dieses Lektorat dem Text nicht an, denn er wimmelt nur so von übersehenen Fehlern.

screenshot

Der abgebildete Screenshot ist repräsentativ für den gesamten Text: Rechtschreibfehler wie z. B. “verbarrikartiert” statt “verbarrikadiert”, Grammatikfehler, vergessene Buchstaben, halbe Anführungsstriche, wo ganz normale hingehören, fehlende Buchstaben, Verben mit Apostroph gekürzt, fehlende Kommata, zuviele Kommata, zu viele Leerstellen, … das sind nur ein paar Beispiele der “wirklichen” Fehler. Unglückliche Formulierungen, viel zu viele Ausrufungszeichen und nahe hintereinander stehende Wortdoppelungen wurden überhaupt nicht korrigiert! Wäre der Lektor dieses Textes ein Angestellter von mir, ich würde ihn fristlos entlassen.

Zum Thema Lektorat schreibt übrigens Wolfgang Tischer, Inhaber des Literaturcafe und selbst Autor, in seinem E-Book “Eigene E-Books erstellen und verkaufen”: “Eine Rechtschreibprüfung ist kein Lektorat. Ein Lektor ist kein Korrektor. Ein Lektor findet logische Fehler, Schwächen in der Handlung oder bei den Figuren Ihres Romans. … Schlechte Lektoren findet man im eigenen Familien- und Bekanntenkreis. … Einen guten Lektor zu finden, ist nicht einfach. Einen Lektor zu haben, ist einfach gut. …”

Was meine Autoren diesbezüglich zu sagen haben, finden Sie bei den Referenzen.

Redaktion + Lektorat

2 Gedanken zu „Redaktion + Lektorat

  • 19. Januar 2014 um 16:46
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    Autsch. Ich habe letztes Jahr ein Semiar mitgemacht zum Thema Korrekturlesen. Man muss sich ganz schön strukturieren und zur Ordnung rufen, wenn man so etwas gut machen will. Einiges habe ich so schon gewusst, aber es war echt gut, den ganzen Prozess anzuschauen und neue Strategien zu lernen, wie man besser auf Fehler lesen kann. Alle Aspekte auf einmal korrigieren geht nicht oder wenigstens nur bis zu einem bestimmten Punkt. Und Lektor und Korrektor sind tatsächlich nicht dasselbe.

  • 20. Januar 2014 um 13:36
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    Da hast du Recht, liebe Doris, in einem Durchgang findet man längst nicht alles. Ich mache normalerweise (mindestens) 3 Durchgänge:
    1. Auf Word, damit der Autor meine Korrekturen nachvollziehen kann.
    2. Nach dem fertigen gestalteten Buch mit InDesign und dem Dudenkorrektur, der zwar nicht so schlecht wie der Korrektor bei Word ist (der findet SEHR viele Fehler nicht und zeigt Fehler an, die keine sind!), aber längst nicht alle Fehler findet. Dass ein Korrekturprogramm nicht perfekt sein kann, ist mir klar, aber die Leistung des Duden-Korrektors lässt sehr zu wünschen übrig.
    3. Nochmal aufmerksam lesen, am besten die ausgedruckten Seiten. Was man da noch so alles findet, ist erstaunlich!

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