Über Laufweite und Schriften

Wieviele Schriftarten es gibt, ist mir nicht bekannt. Es dürften zigtausende sein. Bei der Vielfalt im Aussehen unterscheiden sie sich unter anderem durch die Laufweite. Darunter versteht man die horizontale Ausdehnung der Schrift, die bei selber Größe (Schriftgrad) unterschiedlich viel Platz beanspruchen kann. Bei einem Buch kann das von Bedeutung sein – zum Beispiel wegen der Seitenzahl. So benötigt die Arial, eine sogenannte Groteskschrift, mehr Platz als die Janson, eine Serifenschrift.

Bei einem Manuskript von rund 200 Normseiten kann das schon eine Rolle spielen, denn 10 Seiten mehr oder weniger spielt bei den Druckkosten schon eine kleine Rolle. Vor allem bei einer hohen Auflage.

Abgesehen von der Laufweite ist auch die Lesbarkeit relevant. Eine Serifenschrift wie die Janson (oder die Times, oder die Garamond, oder die Caslon, um drei bekannte Schriften zu nennen) liest sich besser, weil die sogenannten “Zierstriche”, auch Füßchen genannt, das Auge leiten.

Bei einem Roman sollte man deshalb auf eine Groteskschrift wie die Arial verzichten. Abgesehen davon, dass sie eine abgenudelte Allerweltsschrift ist, wählt jeder vernünftige Buchdesigner deshalb eine Schrift mit Serifen für den Satz des Buchinhalts.

2 Kommentare

  1. Leider sieht man es manchen Büchern an, dass Schriftgröße, Laufweite und Rand ausgereizt wurden um mehr Text unterzubringen und Druckkosten zu sparen. Dabei sollte eigentlich immer die Lesbarkeit im Vordergrund stehen.

  2. Stimmt! Und solche Bücher kann ich gar nicht leiden. Und dass viele davon von bekannten Verlagen auf den Markt gebracht werden, finde ich bedenklich.
    Was mitterweile auch Mode ist: Buchinhalte zu kopieren. Obwohl es heute ja Scanner gibt, die Texte so scannen, dass Worddateien daraus entstehen. Die man allerdings überprüfen muss. Diese Arbeit wollen sich manche Verlage wohl sparen …

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