Das Wort Zuschussverlag hat einen sehr schlechten Beigeschmack. Zurecht – einerseits. Denn es gibt Zuschussverlage, die nichts anderes machen, als für sehr wenig Leistung (dabei handelt es sich meistens nur darum,ein Manuskript zwischen zwei Buchdeckel zu bringen und das Buch auf der eigenen Homepage zu listen – wenn überhaupt). Mir persönlich sind zwei Verlage bekannt, die für ein 200-Seitenbuch schlappe 5.000 bis 10.000 Euro Honorar verlangen. Im Preis inbegriffen sind 100 Bücher. Ein Buch zu drucken kostet heutzutage aber nicht viel. Sogar ausgesprochen wenig – im Vergleich zu früher. Und diese Abzockverlage verdienen gleich zweifach. Erstens am völlig überhöhten Honorar für ihre Leistung und zweitens dann nochmal, wenn sie das Buch verkaufen (falls sie es verkaufen). Denn der Anteil vom Verkaufserlös, den der Autor erhält, ist ein Witz. Meistens nicht mehr als bei einem herkömmlichen Verlag, und das ist angesichts der bereits bezahlten vielen tausend Euro Betrug – zumindest aber Abzocke.

Nun habe ich eben ein Portal gefunden, das sich mit genau diesem Thema beschäftigt – mit den Methoden der Abzockverlage, denn nichts anderes sind jene Verlage, die einen erklecklichen Reibach machen mit dem Wunsch von Autoren, ihr eigenes Buch in Händen zu halten.

Dass es durchaus auch “seriöse” Zuschussverlage gibt, wird auf jenem Portal Gott sei Dank auch erwähnt. Denn auch mein Verlag ist streng genommen ein Zuschussverlag und kann nicht – zumindest vorläufig – in Vorleistung gehen bei einem Buchprojekt. Die Autoren beteiligen sich finanziell daran. Ich erkläre genau, warum und wieviel die einzelnen Leistungen kosten. Bei der Auswahl der Druckerei wird der Autor auch selbstverständlich einbezogen. Ich berate am Anfang der Geschäftsbeziehung ein bis zwei Stunden ohne Honorar. Ich bin seit über 25 Jahren Designerin und verstehe mein Gestaltungsgeschäft. Ich bin seit über 20 Jahren Autorin und habe sehr viel gelernt in dieser Zeit. Weil ich mich in all diesen Jahren auch sehr intensiv mit Werbe- und PR-Texten (und meinen eigenen Büchern = 10 insgesamt) beschäftigt habe, verstehe viel von Rechtschreibung und Grammatik – auch wenn mir die neue Rechtschreibreform ein Dorn im Auge ist.

Meine Autoren bekommen von mir eine faire, seriöse und überschaubare Leistung. Offenheit steht an erster Stelle meiner Dienstleistung. Ich zocke niemanden ab und wenn ich mir überlege, wie hoch (besser gesagt, wie niedrig) mein Honorar für Korrektur und Gestaltung des aktuellen Buches – Weihnachtsgeschichten mit Kinderzeichnungen – ist, wird mir ganz mulmig ums Herz. Aber ich finde dieses Buch so zauberhaft, dass ich es als Vorzeigeprojekt für meinen noch so jungen Verlag sehe – als Investition in die Zukunft sozusagen.

Zuschussverlage – das leidige Thema

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