KI als Sparringspartnerin und Werkzeug

Ich nutze KI als Sparringspartnerin und als Werkzeug. Denken tu ich noch selber. Und zwar mit Begeisterung!

Ich fahre Auto. Aber ich lenke selbst. Ein selbstfahrendes Auto? Nein, danke. Das brauche ich nicht. Trotzdem käme ich nicht auf die Idee, das Auto als technische Errungenschaft grundsätzlich abzulehnen. Warum also diese Aufregung um künstliche Intelligenz?

KI nutzen und trotzdem selbst denken

Ich schätze KI. Ich nutze sie als Werkzeug und Sparringspartnerin. Ich diskutiere mit ihr, prüfe Argumente, entwickle Gedanken weiter und entdecke manchmal Perspektiven, auf die ich selbst noch nicht gekommen bin.

Oft widerspreche ich ihr auch. Denn KI macht auch Fehler. Sie schätzt Dinge falsch ein und erzählt Unsinn. Deshalb übernehme ich längst nicht einfach alles, was sie mir liefert, als bare Münze. Ich prüfe, hinterfrage und entscheide selbst.

KI nicht mir nicht das Denken ab. Sie gibt mir Denkanstöße.

Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Selfpublishing und KI: Ein Buchcover ist kein Beweis

Gerade im Selfpublishing begegnet mir oft eine besonders merkwürdige Argumentation: Erstellt ein Autor sein Buchcover mit KI, wird gern unterstellt, dass auch der Buchinhalt von einer KI geschrieben wurde.

Wo hat sich da die Logik versteckt?

Hat ein Autor, der sein Cover von einem Designer gestalten lässt, deshalb seinen Roman von einem Ghostwriter schreiben lassen? Natürlich nicht. Covergestaltung und Manuskripterstellung sind zwei völlig verschiedene Stiefel.

Selfpublisher übernehmen oft zahlreiche Aufgaben selbst: vom Schreiben über die Buchgestaltung bis hin zum Buchmarketing. Warum sollten sie nicht auch KI als Werkzeug einsetzen dürfen, wenn es ihnen bei einzelnen Aufgaben hilft?

Ein KI-Buchcover sagt zunächst einmal nichts darüber aus, wer den Roman geschrieben hat. Wer etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung von Logik.

KI stiehlt? Ganz so einfach ist es nicht.

Natürlich kann und darf man über Urheberrechte, Trainingsdaten und faire Bedingungen für Kreative diskutieren. Diese Fragen sind wichtig. Aber der pauschale Vorwurf „KI stiehlt!“ beantwortet nicht automatisch jede Frage rund um künstliche Intelligenz. Menschen lernen voneinander. Sie lesen Bücher, betrachten Bilder, hören Musik und lassen sich inspirieren. Kaum jemand würde behaupten, dass jede Inspiration bereits Diebstahl ist.

Das bedeutet nicht, dass menschliches Lernen und maschinelles Training identisch sind oder dass jede KI-Nutzung rechtlich unproblematisch wäre. Es bedeutet lediglich, dass wir genauer hinschauen sollten, bevor wir urteilen. Ich habe dazu übrigens bereits einen separaten Artikel geschrieben.

Technischer Fortschritt lässt sich nicht zurückdrehen

Wir fahren heute schließlich auch nicht mehr mit Pferdekutschen durch die Gegend, nur weil das Automobil neue Herausforderungen mit sich gebracht hat. Neue Technologien bringen Chancen, aber auch Risiken. Wir sollten sie kritisch begleiten, vernünftige Regeln schaffen und dort Grenzen setzen, wo sie notwendig sind.

Pferdekutsche offen

Doch eine Technologie pauschal zu verteufeln, nur weil sie neu ist, bringt uns nicht weiter. Ich muss schließlich nicht jede technische Entwicklung begeistert begrüßen. Ich darf auswählen, was ich nutzen möchte und was nicht.

Ich nutze KI. Aber ich denke selbst.

Für mich ist künstliche Intelligenz ein Werkzeug. Ich kann sie als Sparringspartnerin nutzen, MEINE Ideen mit ihr diskutieren und mir bei bestimmten Aufgaben helfen lassen. Aber meine Entscheidungen treffe ich selbst. Ich übernehme Verantwortung für das, was ich veröffentliche, und ich hinterfrage die Ergebnisse, die mir eine KI liefert. Das gilt für meine Texte genauso wie für andere kreative Arbeiten.

Und: Meine Bücher schreibe ich von A bis Z selbst! Wort für Wort. Denn ich schreibe gern und ich schreibe gut!

Ich muss nicht jede Aufgabe einer Maschine überlassen, nur weil sie dazu in der Lage ist. Aber ich muss auch nicht auf ein hilfreiches Werkzeug verzichten, nur weil manche Menschen seine Nutzung grundsätzlich ablehnen. Ich nutze Photoshop und InDesign für meine Arbeit.

Und ich nutze KI als Sparringspartnerin und Werkzeug. Denken tu ich noch selber. Und das wird auch so bleiben.

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