E-Books


E-Books werden immer beliebter. Aus Print-Dateien, die einfach nur Text enthalten, ist problemlos ein E-Book herzustellen.

Wie man eine Print-Datei in eine E-Book-Datei umwandelt

Die Datei, mit der die Druckerei ein Buch druckt, ist als Datei für ein E-Book nicht geeignet. Die technischen Voraussetzungen sind völlig anders. Eine Print-Datei in eine E-Book-Datei zu konvertieren, ist zwar kein Hexenwerk, aber muss man wissen, wie es geht, denn da gibt es einiges zu beachten. Und es gibt unterschiedliche Möglichkeiten.
Ich gestalte die Bücher meiner Autoren mit InDesign, einem professionellen Designprogramm, das für die Buchproduktion bestens geeignet ist – im Gegensatz zu WORD. Es gibt zwar viele Self-Publisher, die ihre Bücher mit WORD »gestalten«, den Ergebnissen sind man das aber an, denn mit WORD kann man zwar Buchsatz erstellen, sollte es aber nicht. Denn WORD ist ein Textverarbeitungsprogramm, aber kein Layoutprogramm. Auf die Unterschiede hier einzugehen, würde zu weit führen. In einem Internetforum wurde mal geschrieben: WORD ist ein Trabi, InDesign ist ein Porsche. Ich sage: Der Vergleich passt …

Absatzformate in WORD

Bevor man aus einer Printdatei eine E-Book-Datei, z. B. ein EPUB, erstellt, muss die Printdatei (erstellt in InDesign, QuarkExpress oder Affinity Publisher) in eine Worddatei importiert werden. Dabei gehen die Absatzformate des Layoutprogramms verloren, aber genau die sind wichtig. Eine Worddatei für eine E-Book-Datei benötigt mindestens drei Absatzformate:

Überschrift

Erster Absatz

Fließtext

Beim Erstellen der Absatzformate muss darauf geachtet werden, dass sie korrekt angelegt + auch korrekt benutzt werden. Was man diesbezüglich so alles falsch machen kann, habe ich in dem Artikel »Korrekte Absatzformate in Word« beschrieben – und anhand von Screenshots gezeigt.

Hat man innerhalb des Textes fett oder kursiv geschriebene Wörter, benötigt man außer den Absatzformaten auch die entsprechenden Zeichenformate. Zur Erläuterung: Absatzformate beziehen sich immer auf ganze Absätze, Zeichenformate beziehen sich auf Wörter (und Buchstaben).

wordformat
Absatzformat »Überschrift«
word format erster absatz
Absatzformat »Erster Absatz«
word format fliesstext 1
Absatzformat »Fließtext«
word zeichenformat kursiv
Zeichenformat »Kursiv«

Die Worddatei in eine E-Book-Datei konvertieren

Wie anfangs schon geschrieben, gibt es mehrere Möglichkeiten aus einer Word-Datei eine E-Book-Datei zu machen, ich verwende dafür das Programm »Jutoh«. Mit diesem Konvertierungsprogramm lässt sich problemlos und professionell z. B. ein »Epub« (oder andere E-Book-Formate) erstellen. Epub ist ein E-Book-Format, das bei der Veröffentlichung eines E-Books bei Amazon erforderlich ist.

Importiere ich die Worddatei in Jutoh, werden alle Formate korrekt übernommen. Hier zum Beispiel die Überschrift.

E Book Ueberschrift

Inhaltsverzeichnis für das E-Book

Ist der Buchinhalt des E-Books importiert und korrekt formatiert, muss das Inhaltsverzeichnis erstellt werden. Das macht Jutoh per Mausklick. Voraussetzung dafür sind entsprechende Absatzformate, also korrekt formatierte Überschriften.

Gibt es Kapitel mit Zwischenüberschriften (wie im folgenden Screenshot), müssen auch die mit korrekt angelegten Absatzformate versehen sein.

E Book Inhaltsverzeichnis

Ein E-Book sollte keine Fuß-, sondern Endnoten haben

Fußnoten im herkömmlichen Sinn (also am Ende einer Seite) und Inhaltsverzeichnisse mit Seitenzahlen sind in E-Books zum Beispiel nicht möglich, weil Layout und Schriftart eines E-Books vom Leser individuell eingestellt werden kann, sich je nach Reader also zum Beispiel die Schriftgröße verändert und der Text demzufolge völlig anders umbrochen und dargestellt wird als im gedruckten Buch. Man kann Fußnoten auch am Ende eines Kapitels unterbringen. Ich empfehle der besseren Übersichtlichkeit wegen, die Fußnoten am Ende des E-Books zu veröffentlichen.

Fußnoten in einem E-Book werden am besten am Ende des Buches als Liste dargestellt. »Endnoten« werden sie deshalb genannt.

Romane eignen sich prima für ein E-Book

Am besten eignen sich Romane und Geschichten für E-Books. Also reine Textdateien.

Textbreite

E-Books mit Fotos sind selbstverständlich auch möglich, aber im Vergleich zum gedruckten Buch sind die gestalterischen Möglichkeiten stark eingeschränkt. Buchseiten wie diese zum Beispiel sind nicht möglich:

kinderbuch

Ein Design mit Spalten wie beim gedruckten Buch ist bei einem E-Book ebenfalls nicht möglich. Es sei denn als PDF, das ist aber nur bedingt zu empfehlen. Warum? Das wird bei papierlos-lesen.de ausführlich und anschaulich beschrieben.

Text und Bild erscheinen in einem E-Book nicht nebeneinander, sondern immer nacheinander.

rezepte

Beispielseite eines E-Books ohne Bilder:

chapter 6 kdp
Kapitelbeginn in Ebook


Hinweis:
Im Gegensatz zum gedruckten Buch, wo der Inhalt als Blocksatz gedruckt wird, sollte beim E-Book der Buchinhalt linksbündig gesetzt werden.

Grund: Je nach Lesegerät (z. B. Handy) kann es bei Blocksatz zu großen/unschönen Wortabständen kommen. Beispiel bei einem von mir gekauften E-Book in kleinem Leseformat:

wortabstand

Bei linksbündigem Text gibt es das Problem mit zu großen Wortabständen nicht. Der Text sieht also optisch nicht nur besser aus, sondern ist auch lesefreundlicher.