Ich vemittle keine Druckaufträge

Fast täglich bekomme ich Anrufe oder Emails, wo ich nach “meiner” Druckerei in Polen gefragt werde. Dazu verlautbare (wunderbares Wort) ich nun auch an dieser Stelle:

Ich vermittle keine Druckaufträge. Und ich gebe auch meine Kontakte zu Druckereien nicht preis.

Warum?

Seit vielen Jahren arbeite ich mit Druckereien zusammen. In dieser Zeit stand ich an sehr vielen Druckmaschinen, habe sehr viele Gespräche mit Druckprofis geführt und sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen/müssen, was Qualität von Druckereien betrifft. Das hat mich sehr viel Zeit gekostet – manchmal auch Lehrgeld.

Ich arbeite mit verschiedenen Druckereien zusammen. Auch mit deutschen. Denn es gibt nicht DIE Druckerei, sondern es gibt eine Druckerei für diese Anforderungen, und es gibt eine andere für jene.

So kommt es beispielweise darauf an, ob ich für ein Buchprojekt Offsetdruck benötige oder ob Digitaldruck auch reicht. Für Bücher mit Text ist Digitaldruck ausreichend. Laserdruck, oft auch der preiswertere Inkjetdruck.

Bei Büchern mit hochwertigen Fotos kommt eigentlich nur Offsetdruck infrage.

Also, wie schon geschrieben: Es kommt immer auf das Projekt an.

Aber so oder so: Ich vermittle keine Druckaufträge, und ich verschenke die Adressen meiner Geschäftspartnernicht. Denn die sind Teil meines Betriebskapitals. Ideel zumindest. Ich habe sie auch nicht geschenkt bekommen, sondern in Eichhörnchen-Arbeit herausklamüsert. Warum also sollte ich einen wichtigen Teil meines Betriebskapitals verschenken? Ich bin schließlich kein philantropisches Institut, sondern Dienstleisterin, die von ihrer Arbeit und ihren guten Geschäftskontakten lebt.

Textbreite und Schriftart

Immer wieder bekomme ich Drucksachen auf den Tisch, bei denen der Text zu breit gesetzt ist. Mengentext sollte nicht mehr als 12 Zentimeter breit sein. Grund: Das Auge kann eine breitere Textzeile nicht mit einem Blick erfassen, sondern muss “springen”. Das erschwert das Lesen. (Zum Vergrößern der Beispiele drauf klicken.)

Textbreite

Text auf einer DIN A4-Seite sollte deshalb unbedingt zweispaltig gesetzt werden.

textbreite

Und bei der Schriftart für Mengentext sollte keine Groteskschrift (z. B. die beliebte Allerweltsschrift Arial), sondern eine Serifenschrift gewählt werden (z. B. die Times).

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Ich mag die Times nicht besonders, sondern bevorzuge die Janson Text. Sie liest sich besser als die Times.

serifenschrift

Der Blindtext stammt übrigens aus dem Blindtextgenerator. Danke!

Groteskschrift oder Serifenschrift

Zur Zeit lese ich einen Roman, dessen einzelne Kapitel aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten geschrieben sind. Interessante Idee! Aber: Jeder Protagonist hat seine eigene Schriftart. Und das finde ich manieriert, denn erstens kann vermutlich nur ein Schriftexperte eine Bodoni von einer Caslon unterscheiden, zweitens kann sich mit Sicherheit kein einziger Leser merken, welche Schrift nun zu welchem Protagonisten gehört, und drittens wurde für den Hauptprotagonisten eine Groteskschrift gewählt und zwar die Futura light. Das ist – wie so oft – Geschmackssache, aber ich finde, die Futura light nicht besonders gut geeignet für umfangreiche Textmengen wie einen Roman. Da gefällt mir die Serifenschrift Janson Text deutlich besser.

schriftart

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Hier geht’s zum Artikel zu unterschiedlichen Schriften mit Serifen.

Relevanter Artikel: Textbreite und Schriftart

Buchtitel–Design

Ein bekannter Druckdienstleister hat auf seiner Website neulich Tipps zur Titelgestaltung gegeben. Unter anderem hat er einen Titel gezeigt, den ich nachgebaut habe – mit eigenem Foto und Text.

buchdesign

Zu diesem Titeldesign kann ich sagen, dass es mir nicht gefällt, und ich sage auch, warum: Das angeschnittene Katzenfoto hat seinen Schwerpunkt auf der rechten Seite. Den Text auf Mittelachse zu setzen, passt optisch nicht dazu.

buchdesign

Ich habe den Text linksbündig angeordnet – als visuellen Gegenpart zum “rechtsbündigen” Foto. So ist der Titel optisch ausgewogen.

PS: Leopold Ploner meint – völlig zu recht – in seinem Kommentar, dass die Schrift schlecht lesbar ist. Ich habe eine andere Schriftart gewählt. Die kann man nun gut lesen, und die Aufteilung ist auch besser.

Die besten britischen Buchcover

Wie wir wissen, ist Design auch Geschmackssache, aber interessant ist schon, welche Buchtitel The Academy of Book Cover Design als die besten ausgewählt hat.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Frage, wo die Nr. 2 (The Handmaid’s Tale) erschienen ist. Denn bei der Titelabbildung vermisse ich Buchtitel, Autorin und Verlag. Außerdem kann ich diesen Buchtitel nirgendwo im Internet finden.Merkwürdig …

Und die Nr. 3 (Riot Days) gefällt mir gar nicht, weil sie extrem schlecht zu lesen ist. Gutes Design unterliegt bestimmten Gesetzmäßigkeiten, und darunter fällt generell die Lesbarkeit. Ein Buchtitel, den man mühselig entziffern muss … na ja.

Auffallend ist auch, dass die Titel zum großen Teil sehr grafisch sind, mit Bildern wenig gearbeitet wird, was mich angesichts der Bestsellertitel (in Deutschland) schon wundert.

Autorenlesung der besonderen Art

Frederik Suter, an NF2 erkrankt und Autor von “Suerte”, einem autobiografischem Buch, das informiert, berührt und nachdenklich macht, hat seine erste Lesung veranstaltet. Hier sein Erlebnisbericht:

Die erste Lesung
Ziel erreicht! Die erste Lesung aus meinem Buch ‚Suerte oder der Teufelskreis des Glücks‘ fand endlich in meiner Heimatstadt Würzburg statt, am 28.02.2018, am internationalen Tag der seltenen Erkrankungen. Passt!
Die Idee, die Lesung auf diesen Tag zu legen, hatte die Inhaberin der Buchhandlung Knodt in Würzburg. Bei der Organisation dieser Veranstaltung war sie voller Enthusiasmus und mit Herzblut am Werk. So fand sich sehr schnell eine Spielstätte, das wunderbare Theater am Neunerplatz, wo mir gesagt wurde, dass 150 Leute reinpassen. Wow! Würden denn so viele kommen?, fragte ich mich. Außerdem machte die Buchhandlung fleißig Werbung, sodass die Lesung sogar in der lokalen Zeitung angekündigt wurde, auch Flyer und kleine Plakate machten in Würzburg die Runde.

suerteBis zum Tag der Lesung hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet, jedoch stieg die Vorfreude von Tag zu Tag. Aus dem Krankenhaus einen Tag vorher gerade noch rechtzeitig entlassen, trafen wir dann die letzten Vorbereitungen. Wer sitzt wo, wieviel Licht brauchen wir, damit ich die Gesichter sehe und die Hörgeschädigten und die Gebärdendolmetscherin, die extra kam und nichts dafür wollte! Oder wo soll sich Brigitte hinsetzen, die ausgewählte Passagen aus dem Buch vorträgt? Wo würde ich (größtenteils schweigend und genießend) sitzen, damit ich die Dolmetscherin sehen kann? (Ich habe außerdem per Bluetooth Mikrofon und dem Handy mit Spracherkennung das Gesprochene erfolgt, die Technik wird tatsächlich immer besser!). Und wo sitzen meine Eltern, die Gedichte auf Englisch und Spanisch vortragen?

Nach und nach kamen die Gäste, der Saal füllte sich und meine Aufregung erreichte ihren Höhepunkt. Ich kam mir vor wie ein Fünfjähriger kurz vor dem Weihnachtsfest. Und tatsächlich, es wurde ein Fest! Nach ein paar Grußworten (meins hat mein Vater aufgrund meiner in großen Räumen schwer verständlichen Stimme vorgetragen) wurde der Saal ziemlich voll. Es entstand nach und nach eine tolle Atmosphäre, die ich zwar nicht hörte (ich glaube, es war recht still) aber spüren durfte. Gespannt wurde gelauscht. So wurde am Ende nicht geklatscht, sondern wie unter Hörgeschädigten üblich, die Hände erhoben und gewedelt – und wie! Voller Stolz war ich und dankbar allen Beteiligten, und auch von ihnen gab es am Ende viele liebe Worte. Sie waren beeindruckt, bewegt, begeistert. Gerade richtig kam das für mich, hatten doch die letzten Monate mit etlichen Krankenhausbesuchen aufgrund einer zickenden Magensonde ziemlich an der Psyche gezehrt. Aber diesen Abend werde ich nie vergessen und ich habe viel Lust bekommen auf weitere Lesungen – nicht zuletzt weil auch die Kasse klingelt …

Wie schreibt man denn “manches”?

indefinitivpronomen

Groß oder klein? Auch wenn es für manche wie ein Hauptwort klingt, weil es Personen bezeichnet: “manch” ist ein sogenanntes Indefinitivpronomen, ein unbestimmtes Für- und Zahlwort. Es wird immer klein geschrieben.

Das trifft auch zu für: niemand, jemand, jeder.

Dasselbe gilt für das Wort “beide”: Ich wollte beiden einen Schrecken einjagen.

Bei “ein”, “andere”, “viel” und “wenig” hat man dagegen die Wahl:

– Das Leben der anderen/Anderen

– Das viele/Viele und das wenige/Wenige