Heiteres Text-Raten

In dem Buch “Diese alte Sehnsucht” des Schriftstellers Richard Russo habe ich gestern Abend folgenden Text gefunden. Er stand auf einem Schild, das über der Theke eines amerikanischen Steakhouses hing.

Der Protagonist saß an der Bar und studierte aufmerksam diesen Text und der Barkeeper sagte: Nach ein paar Martini verstehen Sie’s.”

Ich muss zugeben, dass ich ein paar Minuten gebraucht habe (allerdings ohne ein paar Martini), um ihn verstehen zu können. Langsames und lautes Lesen hilft …

Also, erst versuchen, dann die Auflösung anschauen:
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Der Bürgerinnen- und Bürgermeister?

genderunfug

Diesen Artikel habe ich vor rund zwei Jahren hier veröffentlicht. Da er – leider – aktueller denn je ist, habe ich ihn aus der Versenkung geholt, weil mir dieser Gender*wahn auf die Nerven geht. Allein schon bei den Nachrichten: … Bürger*innen, Lehrer*innen … Ärzt*innen und so weiter … und so weiter … und so weiter … einfach nur furchtbar.

Und hier der Artikel aus dem Frühjahr 2019: Eine alte Dame zieht vor Gericht, um erreichen, dass ihre Bank sie in Briefen nicht als “Sehr geehrter Kunde” bezeichnet. Gott sei Dank hat sie nicht Recht bekommen, nun will sie aber beim Europäischen Gerichtshof ihr Recht erstreiten. Nun denn, wenn sie keine anderen Sorgen hat, sollte sie jeden Sonntag in die Kirche gehen und Gott auf den Knien danken.

Dieser Genderwahn(sinn) nimmt immer mehr zu, wie in dem Artikel bei den “Eichsfelder Nachrichten” anschaulich beschrieben ist.

Nun hat eine Handvoll prominenter Menschen, die sich mit Sprache beschäftigen, einen Appell ins Leben gerufen, um diesem “Gender-Unfug” ein Ende zu setzen. Ich habe die Liste bereits unterschrieben, denn ich fühle mich absolut nicht diskriminiert, wenn meine Bank mich mit “Sehr geehrter Kunde” anredet.

Ich habe auch nichts dagegen, wenn ein Bürgermeister weiterhin so heißt und nicht womöglich “Bürgerinnen- und Bürgermeister”. Denn das wäre ja letztlich die Folge einer konsequenten Genderisierung. Und da ich keiner Kirche angehöre, brauche ich auch den Begriff “Christin” nicht. Ebenso wenig die “Idiotin”, obwohl ich genügend Vertreterinnen dieser Spezies kenne, ihnen aber erfolgreich aus dem Weg gehe.

Alles in allem halte ich – wie viele andere – diese Genderdebatte für Unfug, obwohl mir konkrete Sprache sehr am Herzen liegt.

Und zum Schluss noch ein Link zu einem ähnlichen Artikel zum Begriff Genderwahn.

Im Dunkeln tappen

Früher, als ich noch noch Texte schrieb, ohne ständig im Duden nachschlagen oder im Internet recherchieren zu müssen, schrieb man “im dunkeln tappen”, wenn man damit meinte, dass jemand von einer Sache wenig bis keine Ahnung hatte.

Tappte dieser Jemand allerdings tatsächlich irgendwo in der Dunkelheit herum, schrieb man das groß.

Die Erklärung für diese Regel lautete: Fragt man “wie”, schreibt man “im dunkeln” klein. Fragt man “wo”, schreibt man “im Dunkeln” groß. Das leuchtete (mir) ein, weil es (mir) logisch erschien.

Seit der Rechtschreibreform 1996 hat sich das geändert. Also, egal, ob jemand in der Dunkelheit herumtappt oder ob er von etwas keine Ahnung hat – in beiden Fällen wird “im Dunkeln” groß geschrieben.

Ich fand die alte Regel besser – weil sie logisch war. Aber es gibt noch viele unlogische Regeln. Hier sind ein paar Links zu weiteren Betrachtungen bezüglich Logik der neuen Rechtschreibung:

Hilfe suchend

vor Kurzem

Handvoll

bitterkalt versus brütend heiß

“Feinde” – ein misslungenes TV-Drama

Dass eine Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird, ist nicht unbedingt neu, kann aber je nach den Fähigkeiten des Autors zu einem interessanten Ergebnis führen, denn zwei Menschen nehmen ein und denselben Vorgang oft völlig unterschiedlich war.

“Feinde”, das vom kettenrauchenden Erfolgsautor von Schirach verfasste und von der ARD als TV-Drama angekündigte Fernsehereignis am gestrigen Abend versprach also spannend zu werden: ein Verbrechen – im ersten Film geschildert vom Kommissar, gespielt von Bjarne Mädel, im nachfolgenden Film vom Anwalt des Angeklagten, gespielt von Klaus Maria Brandauer. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich und harrte der vielversprochenen Spannung, die da kommen sollte. Leider kam sie nicht.

Film Nr. 1
Filmbeginn: Reiche, aber heile Familie beim Frühstück. 12jährige Tochter macht sich danach auf den Weg zur Schule. Sie macht das zu Fuß, obwohl Wachpersonal zur Verfügung steht. Also stapft das Mädchen am dunklen Morgen durch den Schnee, wird prompt gekidnappt und in einen kleinen Raum in einem menschenleeren Gebäude gesperrt. Vom Verführer sieht man nur eine schwarze Maske und eine ebenfalls schwarze Kapuze.

Der Kommissar, ein helles Kerlchen, ist SEHR bald überzeugt davon, dass nur einer der Wachmänner für die Tat infrage kommen kann. Von seiner erstaunten Kollegin nach dem Grund für seine Gewissheit gefragt, antwortet er lediglich: “Intuition”. Alles andere wäre auch unsinnig, denn der Zuschauer erfährt von den Ermittlungen so gut wie nichts und wundert sich ebenso wie die Kollegin des Kommissars über dessen intuitive Eingebung, für die es keine erkennbaren Gründe gibt.

Der mutmaßliche Täter ist also gefasst, zum Ärger des Kommissars ist er aber ein wortkarger Zeitgenosse, der wenig bis nichts redet, geschweige denn zu einem Geständnis bereit ist. Also kommt der erfahrene Kommissar auf die Idee, dem Täter, der bis dato lediglich ein Verdächtiger ist, das Geständnis mit Gewalt zu entlocken. Er bittet an höherer Vorgesetztenstelle um Erlaubnis für die Folter, bekommt sie nicht, führt sie aber trotzdem durch – mittels Wasser und Wasserschlauch.

Und wie durch ein Wunder geht sein Plan auf: Der Verdächtige wird zum Täter, denn er gesteht. Prompt!

Das freut den Kommissar, und er ruft umgeht die Rettungskräfte, die sofort zum Tatort eilen, aber leider zu spät kommen, denn das Opfer ist bereits tot. Verstorben an einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung, was man allerdings erst im zweiten Film erfährt, der kriminaltechnisch erprobte Zuschauer allerdings aufgrund einer Unheil verheißenden Kameraführung am Anfang des Films bereits ahnt.

Bei der Gerichtsverhandlung wird der Kommissar unter Druck gesetzt; nicht von der Richterin oder Staatsanwältin, sondern vom Anwalt des Täters, der übrigens wieder zum Verdächtigen mutiert ist, weil er sein Geständnis zurückgenommen hat.

Der gewiefte Strafverteidiger nimmt den Kommissar also in die Mangel, und dem bleibt zum Schluss nichts anderes übrig, als zerknirscht zuzugeben, den Verdächtigen mittels “watwer boarding” gefoltert zu haben. Konsequenz: Das ursprüngliche Geständnis ist unter solchen Umständen ungültig. Nachhaltige Beweise für die Schuld des Verdächtigen gibt es auch nicht, konsequenterweise wird der Angeklagte freigesprochen.

Das war in kurzen Worten die Handlung des Films, dessen Handlungsverlauf öfter die Plausibilität vermissen ließ und zudem keine relevanten Erkenntnise für den Zuschauer brachte. Aber sei’s drum …

Film Nr. 2
Ich wartete also auf den zweiten Film, der nun die Handlung aus der Sicht des Anwalts zeigen sollte. Ich war gespannt, ob es denn nun endlich spannend werden würde bzw. neue und und vor allem relevante Hintergrundinformationen zutage treten würden. Taten sie nicht.

Der zweite Film begann nahezu identisch wie der erste. Auch der weitere Verlauf ähnelte dem ersten wie eine Blaupause. Der Zuschauer lernte lediglich die Ehegattin des Anwalts kennen, eine nette Person, die zufällig mit der Familie des Opfers befreundet ist. Erkenntniswert für den Zuschauer: Null.

Den Arzt des Anwalts lernten wir dann auch noch kennen. Er rät seinem kettenrauchenden Patienten (Alter Ego des Autors?), mit dem Rauchen aufzuhören und mit dem Fahrrad statt mit dem Auto ins Büro zu fahren. Beide Vorschläge stießen (natürlich) auf taube Ohren. Erkenntniswert für den Zuschauer: Null.

Im weiteren Verlauf wurde alles, was wir aus dem ersten Film schon kannten, mit (teilweise) minimal veränderten Kamerapositionen wiedergekäut, die meisten Dialoge im Gericht 1:1 erneut gezeigt. Von der angekündigten “interessanten Perspektive des Strafverteidigers” war definitiv nichts zu erkennen. Die ohnehin recht geringen Erkenntnisse des Zuschauers aus dem ersten Film konnten im zweiten Film nicht vertieft werden. Den hätte es demzufolge nicht gebraucht.

Fazit:
Langweile pur! Neue Rechtserkenntnisse: Null!

Wäre der Film ein Buch und ich müsste es lektorieren, würde ich zum Autor sagen: “Intensive Überarbeitung notwendig! Am besten nochmal von vorn anfangen – und dabei die Psyche der Protagonisten besser ausarbeiten. Denn der Plot als solcher ist interessant (allerdings nicht neu), aber viel zu oberflächlich bearbeitet.”


PS: Im zweiten Film gab der Verdächtige beim Gespräch mit seinem Antwalt auf dessen Frage, warum er denn so schnell gestanden habe, zur Antwort: “Ich wollte Schlimmeres verhindern”. (Sinngemäß widergegeben.) In jenem Moment hatte ich gehofft, dass doch noch etwas Erhellendes ans Tageslicht kommt. Eine Beteiligung eines Familienmitglieds vielleicht oder dass sogar die Tochter sich entführen lassen wollte. Aber: wieder falsch gehofft!

Wie ein Komma den Sinn eines Satzes verändert

Immer wieder staune ich, wie wenige Menschen sich in Rechtschreibung auskennen. Dass ich bei meiner Arbeit auch ständig nachschauen muss, was sich wie schreibt, ist eine andere Sache, und ich verdanke sie hauptsächlich der letzten Rechtschreibreform, der ich so gar nichts abgewinnen kann – wie ich schon öfter geschrieben habe. Aber zumindest schaue ich nach … viele machen das nicht.

In einer Autorengruppe bei Facebook stelle ich immer wieder fest, dass vielen Autoren Fehler völlig egal zu sein scheinen, denn sie schreiben drauf los, ohne Punkt und Komma – und mit sichtlichem Desinteresse, mit ihren Texten beim Leser einen guten (gebildeten) Eindruck zu hinterlassen. Darauf angesprochen, meinen viele, Fehler zu eliminieren, sei Sache des Lektors.

Das ist einerseits ein Irrtum, denn ein Lektor korrigiert bei seiner Arbeit zwar auch Fehler, seine Hauptarbeit besteht aber darin, die sprachliche Qualität eines Manuskriptes zu prüfen und zu verbessern. Um Fehler kümmert sich dann der Korrektor, der nach jedem Lektorat (auf keinen Fall davor!) unbedingt beauftragt werden sollte, denn der Fehlerteufel ist ein tückischer Bursche. Andererseits zeugt die Haltung “darum kümmert sich der Lektor” von mangelndem Respekt Lektoren gegenüber, die noch mehr als genug Arbeit mit einem relativ fehlerfreien Text haben. Und bevor ein Autor sein Manuskript dem Lektor übergibt, sollte es eigentlich sein ganz persönliches Anliegen sein, den Text aufmerksam nach Fehlern zu untersuchen. Dass er selbst bei aufmerksamem Lesen noch genügend Fehler übersehen wird, ist leider Fakt – ich spreche aus Erfahrung. Auch mit eigenen Texten, die ich SEHR aufmerksam lese und überarbeite.

Von Kommaregeln haben noch weniger Menschen Ahnung, deshalb hier ein paar Beispiele, die zeigen, wie wichtig korrekte Kommasetzung ist und wie grundlegend ein an die richtige Stelle gesetztes Komma den Sinn eines Satzes verändern kann. Ich habe die Beispiele im Internet zusammengeklaubt, kann deshalb keine Urheber nennen.

Ich komme, nicht erschießen!
Ich komme nicht, erschießen!

Sabine versprach ihrer Mutter, einen Brief zu schreiben.
Sabine versprach, ihrer Mutter einen Brief zu schreiben.

Herr Schmidt, der Pfarrer, und ich spielten Golf.
Herr Schmidt, der Pfarrer und ich spielten Golf.

Hängt ihn nicht, laufen lassen!
Hängt ihn, nicht laufen lassen!

Komm, wir essen Tante Erna.
Komm, wir essen, Tante Erna.

Er will, sie nicht.
Er will sie nicht.

Der redliche Mensch denkt an sich selbst zuletzt.
Der redliche Mensch denkt an sich, selbst zuletzt.

Er versprach, mir jedes Jahr ein neues Auto zu kaufen.
Er versprach mir, jedes Jahr ein neues Auto zu kaufen.

Du hast den schönsten Hintern weit und breit.
Du hast den schönsten Hintern, weit und breit.

Angesichts solcher Sätze überlegt vielleicht der eine oder andere, sich mal mit korrekter Kommasetzung zu beschäftigen. Denn darüber wissen erstaunlich wenige Bescheid. Ob es sich dabei um Unkenntnis oder Desinteresse handelt, ist mir nicht bekannt.

PS: Weil ich bei diesem Thema von vielen so gern missverstanden werde … ich rede nicht von Tippfehlern, die einem leicht und ständig unterlaufen, vor allem beim schnellen Tippen im Internet und bei E-Mails. Ich rede von offensichtlichen Fehlern, die zeigen, dass der Verfasser wenig bis keine Ahnung von Rechtschreibung und Grammatik hat. Das ist bei einem sogenannten Bildungsbürger wie einem Deutschen schon schlimm genug. Besonders schlimm aber finde ich es bei Autoren.

“Weihnachten ohne Irma” – die Geschichte zum Hören

Gesprochen von Dominic Kolb.

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“Weihnachten ohne Irma” – besinnliche Weihnachtsgeschichte

Geschafft. Erschöpft lässt sich der kleine, alte Mann auf den Sitz am Fenster plumpsen. Gott sei Dank hat er sich einen Platz reservieren lassen. Mit diesen Menschenmassen jetzt um einen Platz rangeln zu müssen, das würde er nicht verkraften. Aber er hatte sich so was gedacht, er war schon immer vorausschauend. Seiner Frau war das öfter auf die Nerven gegangen, aber im Nachhinein war sie dann doch froh gewesen, auch wenn ihr schwerfiel, es zuzugeben. Meistens hatte sie auch gar nichts gesagt, sondern nur sanft seinen Handrücken getätschelt und mit ihren warmen braunen Augen auf ihn herabgelächelt. Sie war zehn Zentimeter größer als er. (mehr …)

Weihnachten aus Sicht von Kater Fritz

Weihnachtsgeschichte zum Hören. Gesprochen von Dominic Kolb.

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Weihnachten aus Sicht von Kater Fritz

Gestern gab es eine Weihnachtsgeschichte aus meinem persönlichen (Er)Leben. Heute gibt es eine aus der Sicht von Kater Fritz.

Weihnachten aus Sicht von Kater Kritz

Weihnachten ist allgemein sehr beliebt. Zumindest bei den Menschen. Obwohl in dieser Zeit angeblich am meisten gestritten wird. Wozu also Weihnachten? Ich zumindest brauche es nicht. Aus verschiedenen Gründen.

Als Erstes muss ich an dieser Stelle mit der weitverbreiteten Ansicht aufräumen, die Weihnachtszeit sei die »stade« Zeit. Von wegen! Ich kenne keine Zeit, in der so viel Lärm produziert wird, wie im Dezember. Überall bimmeln Glocken, aus sämtlichen Lautsprechern ertönt die schrecklichste Musik, die man sich als Katze vorstellen kann, und überhaupt ist die Weihnachtszeit eine Zeit, der ich nichts Positives abgewinne. (mehr …)