Im Dunkeln tappen

Früher, als ich noch noch Texte schrieb, ohne ständig im Duden nachschlagen oder im Internet recherchieren zu müssen, schrieb man “im dunkeln tappen”, wenn damit gemeint war, dass jemand von einer Sache wenig bis keine Ahnung hatte.

Tappte dieser Jemand allerdings tatsächlich irgendwo in der Dunkelheit herum, schrieb man das groß.

Die Erklärung für diese Regel lautete: Fragt man “wie”, schreibt man “im dunkeln”. Fragt man “wo”, schreibt man “im Dunkeln”. Das leuchtete mir ein, weil es logisch war.

Seit der Rechtschreibreform 1996 hat sich das geändert. Also, egal, ob jemand in der Dunkelheit herumtappt oder ob er von etwas keine Ahnung hat – in beiden Fällen wird “im Dunkeln” groß geschrieben.

Ich fand die alte Regel besser – weil deren Logik einleuchtete.

Aber es gibt noch weitere unlogische Regeln. Hier ein paar Links zu weiteren Betrachtungen bezüglich Logik der neuen Rechtschreibung:

Hilfe suchend

vor Kurzem

Handvoll

bitterkalt versus brütend heiß

Rundfunkbeitrag: Viele Fragen – wenige Antworten

Dass Radiohörer und Fernsehschauer für ihr Vergnügen/ihre Unterhaltung/ihre Informationen eine Gebühr bezahlen müssen, versteht sich von selbst.
Denn Die-Geiz-ist-Geil-Mentalität ist zwar populär, ich persönlich kann ihr wenig bis nichts abgewissen (zum Beispiel, wenn Autoren meinen, ich solle sie eine Stunde lang professionell und honorarfrei beraten). Deshalb bezahle ich auch klaglos meinen Rundfunkbeitrag (früher GEZ-Geb+hr), habe allerdings bei der Einführung gleich ein Schreiben an die ARD geschickt, das darauf aufmerksam macht, dass ich die Gebühren vorbehaltlich bezahle – weil nicht bekannt war, ob Art und Weise der Rundfunkgebühr und deren Eintreibung überhaupt rechtens ist. Mittlerweile gibt es allerdings ein Urteil des EU-Gericht, das besagt, der Rundfunkbeitrag sei rechtens. (mehr …)

Bildbearbeitung und Retusche

Etliche meiner Autoren veröffentlichen in ihren Büchern Fotos, Zeichnungen und Illustrationen. Oft kann/sollte/muss deren Qualität verbessert werden: Schärfe und Kontrast erhöhen zum Beispiel.

Mit “Photoshop” geht das ganz wunderbar, allerdings muss man wissen wie das mit so einem komplexen Programm funktioniert.

Ich arbeite mit Photoshop seit über 25 Jahren und kenne mich – für meinen individuellen Bedarf – deshalb recht gut aus.

Alte Fotos
Hier ein kleiner Einblick in meine aktuelle Arbeit. Es handelt sich um eine Biografie mit vielen alten Fotos.

Alte Fotos sind oft flau, weisen Staub, Kratzer und andere Unreinheiten auf. Manche sind sie auch beschädigt – wie dieses Foto hier.


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Edition Blaes – der Dienstleistungsverlag

computertastaturEs gibt Menschen und zwar viele, die meinen, die Qualität eines bei einem Dienstleistungsverlag erschienenes Buch sei schlecht. Das stimmt nicht! Der Grund dafür ist ganz simpel: Es gibt gute Bücher und es gibt schlechte Bücher – auch bei herkömmlich erschienenen Büchern.

Das Konzept herkömmlicher Verlage basiert auf der Hoffnung, mit einem Buch Geld zu verdienen. Wirklich Geld verdienen die Verlage aber nur mit Bestsellern, deshalb leben sie mit einer Mischkalkulation: Die Einnahmen der Bestseller tragen die Kosten der anderen Bücher. Was den Bestseller betrifft: Vor einigen Jahren musste ein Buch mindestens mal 50.000 Mal über den Ladentisch gehen,um als Bestseller zu gelten. Heutzutage reichen schon 5.000. So zumindest meine Informationen.

Der Markt ändert sich
Aufgrund der sich veränderten Marktlage, unter anderem durch das E-Book, das immer mehr Gestalt annimmt, wird sich auch der Buchmarkt ändern und hat es teilweise schon getan. So verkauft Amazon in den USA mittlerweile mehr E-Books als gedruckte Bücher. Auch in Europa wird es in seinen Siegeszug antreten. Wobei das noch auf sich warten lässt …
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Tot oder tod


Es gibt viele Wörter, bei deren korrekter Schreibweise sich so mancher gern vertut.
Zu ihnen gehört: todlangweilig

Denn man kann es öfter auch so sehen: totlangweilig

Der Begriff todlangweilig kommt von “zu Tode langweilen”. Die Etymologie ist also nicht das Adjektiv tot, sondern das Substantiv Tod.

Für diejenigen, die sich das nicht merken können, gibt es ein prima Synonym: sterbenslangweilig

Schreibt man toternst oder todernst, totlachen oder todlachen, totkrank oder todlachen, totmüde oder todmüde, totschick oder totschick, totsicher oder todsicher, totkrank oder todkrank?

Hier greift man auf eine Faustregel zurück. Bei Verben ist das Erstglied des Wortes tot: totschlagen, totarbeiten, totschießen, totschweigen, totlachen, totstellen, tottreten …

Bei Adjektiven wird das Erstglied mit D geschrieben: todschick, todernst, todkrank, todmüde, todsicher, todtraurig, todunglücklich …

Beachten: todblass, aber totenblass

Schwierig?

Um im Leben besser zurechtzukommen, stecken wir Menschen andere Menschen gern in Schubladen und versehen diese dann mit Etiketten. Ein weit verbreitetes Etikett lautet “schwierig”.

Zu diesem Thema hat sich gestern in einem Fernsehinterview auch die Schauspielerin Kathrin Sass geäußert. Sie sagte, dass andere Menschen sie oft als “schwierig” bezeichnen. Schwierig, weil sie sagt, was sie denkt.

Genauso geht es auch mir, denn wie bei Frau Sass sagen viele Zeitgenossen über mich: “Renate ist schwierig”.
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Gedanken übers Denken

In dem feinsinnigen, klugen und mit subtilem Humor geschriebenen Buch “Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann habe ich Folgendes gefunden:
“… In diesem Moment begriff er, dass niemand den Verstand benutzen wollte. Menschen wollten Ruhe. Sie wollten essen und schlafen, und sie wollten, dass man nett zu ihnen war. Denken wollten sie nicht.

Diese Meinung teile ich seit vielen Jahren, und täglich wird sie bestätigt. Von normalen und unauffälligen Menschen, von Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und den Ruf von Intelligenz haben – leider auch von Autoren. Obwohl Autoren Menschen sind, bei denen man meinen könnte, Denken mache ihnen Spaß.

Doch genau das vermisse ich oft: den Spaß am Denken. Mit dem Denken verhält es sich übrigens ähnlich wie mit der Spontanität: Man kann sie nicht erzwingen. Für mich ergibt sich daraus folgende Konsequenz: Wer keinen Spaß am Denken hat, denkt nicht – zumindest nicht bewusst, aktiv und reflektierend. Entsprechend präsentieren sich viele Manuskripte und die aus ihnen entstandenen Bücher.

Da werden Texte hingeschludert, bei denen ich mich frage, ob der Verfasser sie aufmerksam gelesen, geschweige denn überarbeitet hat. Mein Fazit: er hat es nicht gemacht. Unglaubwürdiger Plot, unlogische Sequenzen, an den Haaren herbeigezogene Situationen und Ereignisse, dilettantische, ungelenke Formulierungen, langweilige, nichtssagende Dialoge … bei denen ich mich frage: “Was denkt der Autor, wenn er so schreibt. Denkt er überhaupt? Oft vermute ich, dass er wenig bis nichts denkt – sondern selbstverliebt seinen Text in die Tasten haut und dabei denkt (also doch!), nämlich: “Was bin ich doch für ein Genie. Was für eine hervorragende Formulierung habe ich da wieder aufs Papier gezaubert …” Formulierungen dieser Art sieht man die schwere Geburt an, wirklich guten Formulierungen hingegen nicht – weil sie in der Stille wirken. Dort aber umso intensiver.

Ich habe viele gute Bücher gelesen. Leseperlen, sozusagen. Literarische Kleinode, deren Lektüre Freude und Genuss bereitet. “Die Vermessung der Welt gehört auch dazu.” Unbedingt zu empfehlen – angesichts des gedankenlosen, dümmlichen und einfältigen Geschreibsels, das täglich mehr den Markt überschwemmt.

Und damit bin ich auch schon wieder beim Anfang des Artikels, beim Denken. Warum denken (der Begriff “meinen” träfe es besser) eigentlich so viele, dass sie schreiben können. Schreiben ist Kunst, Handwerk – Kunsthandwerk sozusagen. Und um das zu beherrschen, muss man einerseits Talent haben, andererseits aber auch bereit sein, zu üben und zu lernen. Wie in jedem anderen Beruf.

Lernen kann man übrigens beim Lesen “guter” Bücher, weshalb ich allen Autoren empfehle: Lest gute Bücher!

Ein sehr lesenswertes Buch hat übrigens die österreichische Autorin Marlen Haushofer geschrieben: “Die Wand”. Dieses Buch zählt (nicht nur) in meinen Augen zur Weltliteratur. Scheinbar einfach (einfach, aber gut zu schreiben, ist eine hohe Kunst, die nicht viele beherrschen) und brillant geschrieben. Ausgezeichnet beobachtet und unter psychologischen Aspekten sehr interessant.

Beim Lesen guter Bücher sollte man nicht in erster Linie auf den Unterhaltungwert achten, sondern auf die Ausdrucksweise, die Wortwahl. Dabei springen einem dann Formulierungen ins Auge, bei denen man sieht, wie man dieses oder jenes auch anders und vielleicht besser ausdrücken kann.

In diesem Zusammenhang werde ich nie einen Satz von Siegfried Lenz vergessen, entdeckt in einer seiner Kurzgeschichten: “Sie schlug ihre Zähne in einen Apfel …”

Dieser Link führt zu einer Bücherliste, die ich für lesens/lernenswert halte.

Und hier geht’s zu einer Kurzbeschreibung von “Die Wand” mit einem kleinen Textabschnitt, der mich sehr berührt hat.