Weil ich immer wieder Anfragen bezüglich meiner Dienstleistung bekomme, hier ein paar Informationen zu Verlagsdienstleistungen im allgemeinen.

Ein “normaler” Verlag bezahlt seinen Autoren einen Vorschuss und verdient dann am Verkauf der Bücher. Bei rund 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr kann sich jeder ausrechnen, wieviele von den Büchern massiv beworben werden (können). Wenige sind das nur. Weil selbst ein renommierter Verlag nicht das Geld hat, jede Neuerscheinung gleichermaßen publik zu machen – unter anderem mit kostspieligen Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. In den Genuss umfassender Werbe- und PR-Kampagnen kommen nur renommierte und/oder bekannte Autoren. Dieter Bohlen zum Beispiel. Oder Herr Zarazin. Oder die Autorin der Harry-Potter-Bücher …

Das Buch von Otto Normalautor wird lediglich in den Verlagskatalog aufgenommen und den Buchhandlungen vorgestellt. Und die entscheiden dann, ob und wie sie das Buch ihren Kunden präsentieren.

Bei der Pressearbeit sieht es ähnlich aus. Rezensionsexemplare werden an ausgewählte Redaktionen verschickt und die entscheiden dann, ob und über welches Buch sie berichten. Mehr Unterstützung bekommt Otto Normalautor nicht. Allerdings bekommt er normalerweise einen Vorschuss – in unterschiedlicher Höhe.

So, das ist die Sachlage aus der einen Perspektive.

Die Sachlage aus der anderen Perspektive ist die, dass sehr viele Manuskripte nicht als Buch veröffentlicht werden, weil die Verlage keine relevanten Absatzchancen sehen. Das liegt entweder am Thema oder an den schreiberischen Qualitäten des Autors. Oder an beidem. Kurzgeschichten beispielsweise werden von deutschen Verlagen nur dann veröffentlicht, wenn der Autor bereits sehr bekannt ist. Paulo Coelho zum Beispiel. Und Lyrik hat so gut wie keine Chancen auf Veröffentlichung bei einem renommierten Verlag. Ansonsten gilt das gleiche wie bei den Kurzgeschichten.

Es gibt aber sehr viele Autoren, die ihr Manuskript gern zwischen zwei Buchdeckeln gebunden sähen. Und nun kommen die sogenannten “Zuschussverlage” ins Spiel. “Zuschuss” deshalb, weil sie den Autor an den Produktionskosten beteiligen, die da wären: Lektorat des Manuskriptes, Layout und Satz des Buchinhalts, Gestaltung des Umschlags, Druck. Grundsätzlich ist dagegen nichts zu sagen, denn nicht alle Verlage haben die finanziellen Möglichkeiten, in Vorleistung zu gehen und außerdem ergibt sich auch die Frage, warum der Autor sich nicht an den Kosten beteiligen soll. Er will ein Buch auf den Markt bringen und so was kostet halt Geld.

Nun gibt es aber Zuschussverlage, die mit dem Wunsch nach dem eigenen Buch Schindluder treiben und exorbitante Kostenbeteiligungen verlangen. Mir ist persönlich ein Fall bekannt, bei dem ein Fachbuchautor für ein 200-Seitenbuch 11.000 Euro (in Worten: elftausend) berappen sollte. Dazu muss man wissen, dass die Verkaufsschancen bei einem Fachbuch nicht besonders hoch sind. 1.000 Stück verkaufte Bücher sind schon gut. 2.000 sehr gut. Und alles, was darüber liegt, ist bereits ein Bestseller. Jeder kann sich ausrechnen, wieviele Bücher verkauft werden müssten, um die 11.000 Euro zu amortisieren. Bei einem angenommenen Verkaufspreis von 20 Euro pro Buch also 550 Stück. Da an sich wäre ja noch zu realisieren, wäre da nicht der Passus des Verlages, dass der Erlös der ersten 300 verkauften Bücher an den Verlag gehen, und der Autor erst danach vom Verkauf profitiert. Aber natürlich auch nicht mit den vollen 20 Euro, sondern nur mit 10 %. Und unter diesem Aspekt sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.
Kurz gesagt: der Autor bleibt auf den 11.000 Euro Zuschuss sitzen, denn das Geld wird sich für den Autor nicht amortisieren. NIE.

Ich kann hier aus Wettbewerbsgründen leider keine Namen nennen, aber wer nach dem Wort “Zuschussverlage” googelt, wird sehr schnell fündig, denn über diese Abzocker wird viel und ausführlich berichtet – von seriösen Zeitschriften, Zeitungen und Onlineportalen. Zum Beispiel in diesem ausführlichen, interessanten und informativen Artikel.

Zum Thema Zuschuss: Edition Blaes ist auch ein Zuschussverlag. Weil ich als frisch gebackene Verlegerin nicht die finanziellen Mittel habe, die Druckkosten zu finanzieren. Der Autor muss die also selber tragen. Aber: er kann sich die Druckerei aussuchen. Natürlich arbeite ich mit Druckereien zusammen aber die schlage ich lediglich vor. Die Entscheidung liegt beim Autor. Grundsätzlich gibt es zu den Druckkosten zu sagen, dass die erstaunlich niedrig sind – sofern das Buch digital gedruckt wird. Was ich unbedingt empfehle, weil die Qualität ausgesprochen gut ist.

Dienstleistungen wie Redaktion, Layout und Satz des Inhalts und Gestaltung des Buchumschlags kann ich auch nicht verschenken. Ebenso wenig wie die Beratung bei Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe über 20 Jahre Erfahrung mit diesen Dingen. Potentielle Autoren können davon profitieren. Aber eben nur gegen Honorar. Zumindest in der Anfangszeit. Wie das später mal aussieht, weiß ich nicht.

Mein Honorar für diese Dienstleistungen entspricht den marktüblichen Stundensätzen für Design, PR und Vertriebsberatung und wird mit dem Autor ausführlich besprochen und offen gelegt. Und es ist auch logisch nachvollziehbar.

Fragen dazu? Ich beantworte sie gern. Entweder öffentlich hier oder bei einem Telefonat: 08192-1687

Erfahrungen und Meinungen von Autoren, die schon mit mir gearbeitet haben, können hier nachgelesen werden. Und die Autoren beantworten Fragen auch gern persönlich.

Zuschussverlage

2 Gedanken zu „Zuschussverlage

  • Pingback:Die Eitelkeit der Autoren | Edition Blaes

  • 23. Januar 2013 um 11:51
    Permalink

    Danke für diese interessanten Einblicke, Renate. Ich habe mich mit dem Thema noch nicht so befasst, deshalb ist es super, dass Du die wichtigsten Infos zusammenfasst. Normalerweise macht man sich über die Verlegerseite ja eher keine Gedanken. Ja, Digitaldruck ist inzwischen wirklich zu empfehlen. Die Ergebnisse sind sehr gut geworden nach den ersten Anfangsjahren. In der Arbeit lasse ich auch digital drucken, inzwischen fast ausschließlich. Dabei habe ich auch noch mit Offset angefangen … irre.

    Es ist ganz klar, dass Du Deine Dienstleistung nicht verschenken kannst, das solltest Du auch nicht. Denn es macht einen Heidenunterschied, ob ein Profi layoutet und den Titel gestaltet oder ein Laie!

    Liebe Grüße,
    Doris

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