Buchdruck für Selfpublisher – und was dabei wichtig ist

Beim Buchdruck gibt es viel zu beachten. Das fängt bei der Wahl der Druckerei an und hört bei dem Begriff »Kapitalband« nicht auf.


Wenn Sie Ihr Buch selbst veröffentlichen möchten, ist der Buchdruck ein wichtiger Schritt im Produktionsprozess. Buchdruck bedeutet nicht nur »Druckkosten«, sondern umfasst Format, Papier, Bindung, Druckdatei und Drucktechnik. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es beim Buchdruck ankommt – und wie Sie typische Fehler vermeiden.

buchproduktion
Begriff im Buchdruck: Kapitalband

Buchdruck ist vielseitig: Warum das Thema mehr als »Drucken« bedeutet

Der Buchdruck ist ein sehr komplexes Thema. Je nach Genre und Zielgruppe unterscheiden sich die Entscheidungen stark:

  • Druckverfahren (POD, Digitaldruck, Offsetdruck)
  • Buchformat (z. B. Taschenbuch oder Hardcover)
  • Papier (Gewicht, Haptik, Druckqualität)
  • Bindung (Klebebindung, Fadenheftung, Hardcover)
  • Cover-Veredelung (matt, glänzend, Prägung)
  • Beschnitt und Druckrand
  • Musterexemplar: Pflicht für Qualität

Wichtig:
Beim Buchdruck geht es auch um Qualität und Lesererlebnis, nicht nur um Kosten.

Druckverfahren

Es gibt verschiedene Druckverfahren, die Sie kennen sollten. Für Selfpublisher sind vor allem Print-on-Demand (POD), Digitaldruck und Offsetdruck relevant.

Kurz zur Einordnung:

  • POD eignet sich besonders für kleine Auflagen und ist risikofrei.
  • Offsetdruck ist sinnvoll bei großen Auflagen und hoher Qualität.
  • Digitaldruck ist flexibel und gut für mittlere Auflagen.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie den separaten Artikel:
Offset- oder Digitaldruck

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Buchformat und Seitenzahl: So wählen Sie richtig

Das Format ist einer der wichtigsten Faktoren beim Buchdruck – denn es beeinflusst:

  • Preis pro Exemplar
  • Lesbarkeit
  • Wahrnehmung und Wertigkeit

Beliebte Formate im Selfpublishing:

  • 12 x 19 cm (Standard-Taschenbuch)
  • 13 x 20 cm
  • 15 x 21 cm (häufig für Sachbücher)

Wichtig:
Die Seitenzahl beeinflusst die Buchrückenbreite und damit das Coverdesign.
Mehr Seiten bedeuten nicht nur mehr Inhalt, sondern auch höhere Kosten.

Papierwahl: Das Lesegefühl entscheidet

Das Papier beeinflusst maßgeblich, wie hochwertig Ihr Buch wirkt. Die Wahl hängt stark vom Genre ab:

Typische Papiergewichte:

  • 90 g/m² (Standard, gut für Romane)
  • 120 g/m² (besser für Sachbücher oder Bücher mit Bildern)

Tipp: Papiermuster anfordern!

Bindung: Qualität und Haltbarkeit

Die Bindung entscheidet darüber, wie Ihr Buch sich anfühlt und wie langlebig es ist.

Häufige Bindungsarten:

  • Klebebindung (Standard, günstig, ideal für Romane)
  • Hardcover (Premium, teurer)
  • Fadenheftung (hochwertig, langlebig, teurer)

Für Romane reicht meist eine Klebebindung.

Klebebindung
Klebebindung
Fadenheftung – Hardcover
Hardcover mit Fadenheftung


Für Sachbücher, Bildbände und hochwertige Ausgaben lohnt sich oft die Hardcover-Bindung, vorzugsweise mit Fadenheftung.

Manche Autoren bestellen ihr Buch auch mit beiden Binde-Arten. Wobei die hochwertige Hardcoverbindung dann oft als »Geschenk«-Ausgabe verwendet wird.

Hardcover-Softvcover
links: Softcover mit Klebebindung – rechts: Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen

Cover und Buchrücken: der erste Eindruck

Das Cover ist das wichtigste Verkaufsargument – und der Buchrücken muss korrekt berechnet sein.

Rückenbreite hängt ab von:

  • Seitenzahl
  • Papierstärke
  • Bindung

Typische Fehler:

  • falsche Rückenbreite
  • Text zu nah am Rand
  • kein Beschnitt (Bleed)

Tipp:
Berechnen Sie die Rückenbreite sorgfältig oder nutzen Sie die Vorlagen Ihres Druckanbieters.

Beschnitt und Druckrand

Beim Buchdruck ist der Beschnitt wichtig, damit beim Zuschnitt keine weißen Ränder entstehen.

Standard-Beschnitt:

  • ca. 3 mm (bei Amazon/KDP beträgt der Beschnitt 3,2 mm)

Wichtig:
Texte und wichtige Elemente sollten mindestens 5–7 mm vom Rand entfernt sein.

satzspiegel-buch
Buch mit Beschnitt (Bild geht bis zum Rand)

Druckdatei vorbereiten: PDF korrekt erstellen

Die meisten Druckanbieter verlangen ein druckfähiges PDF.

Checkliste:

  • korrekte Seitenzahl
  • Beschnittzugabe
  • eingebettete Schriften
  • CMYK-Farbraum bei Bildern (nicht RGB)
  • keine zu kleinen Schriftgrößen (mind. 7–8 Punkt)

Probeexemplar: Pflicht für Qualität

Bevor Sie eine Auflage drucken lassen, sollten Sie ein Probeexemplar anfordern. Das ist besonders wichtig beim Buchumschlag.

Andruck-Buchumschlag
Probedruck eines Buchumschlags

Achten Sie auf:

  • korrekte Farben
  • Lesbarkeit
  • Bindung und Falz
  • Papiergefühl

Fazit: Darauf kommt es beim Buchdruck an

Entscheidend sind:

  • richtiges Format
  • passendes Papier
  • saubere Bindung
  • korrektes Cover-Layout
  • druckfähige Datei
  • Probeexemplar zur Kontrolle

Wenn Sie diese Punkte beachten, steht einem professionellen Buchdruck nichts im Weg.


Weiterführende Infos

Wenn Sie den kompletten Selfpublishing-Prozess im Überblick wollen, lesen Sie diese Seite:
Buch selbst veröffentlichen – Leitfaden für Anfänger

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