Immer wieder höre bzw. lese ich diese Aussage:
»Edition Blaes ist kein richtiger Verlag!«

Als Grund für die Behauptung wird angeführt, dass meine Autoren nicht das sonst übliche Honorar bekommen, sondern für meine Dienstleistungen bezahlen.
Weiter wird argumentiert, der Begriff Verlag komme von vorlegen, also von »Geld vorlegen«.
Nun, das wird allgemein gern behauptet, das ist aber auch schon alles.
Für den Begriff »Verlag« gibt es folgende Begriffserklärung:
Ein Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen im Bereich des herstellenden Buchhandels. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Schriften eines Autors zu vervielfältigen und diese zu verbreiten, also dem Publikum zugänglich zu machen.
Dieses Zitat habe ich im Literaturcafé gefunden, wo ein ausführlicher und interessanter Artikel zum Thema zu lesen ist.
In diesem Zusammenhang weise ich auf den Begriff »Verlag« in anderen europäischen Sprachen hin:
England: publisher
Frankreich: maison d’edition
Italien: casa editrice
Holland: uitgeverij
Spanien: editorial
Nirgendwo ist auch nur ein Hauch des Begriffs »vorlegen« zu erkennen. Es geht immer darum, »etwas zu veröffentlichen« oder »herauszubringen«.
Edition Blaes ist ein Dienstleistungsverlag.
»Dienstleistungsverlag« bedeutet nicht »kein Verlag«.
Der Begriff lässt sich vielmehr als Zusammensetzung lesen:
Verlag + Dienstleistung
Es bezeichnet also einen Verlag, dessen Geschäftsmodell auf Autorendienstleistungen beruht, statt primär auf dem Verkauf der vom Verlag vorfinanzierten Bücher.
Ich unterscheide zwischen drei Begriffen:
Publikumsverlag
Der Verlag sucht Manuskripte aus, übernimmt das wirtschaftliche Risiko und verdient am Verkauf der Bücher.
Dienstleistungsverlag
Der Autor beauftragt und bezahlt Verlagsleistungen; der Verlag unterstützt ihn bei der professionellen Veröffentlichung.
Selfpublishing
Der Autor veröffentlicht sein Buch selbst und kann dafür externe Dienstleister beauftragen.
Und genau hier liegt die interessante Position von Edition Blaes: Die Verbindung zwischen Selfpublishing mit einem Verlagslabel und professionellen Dienstleistungen.
Fazit: Edition Blaes bringt Bücher auf den Markt. Folglich ist Edition Blaes ein Verlag. Hier das Verlagskonzept.
Im Zusammenhang mit anderen Dienstleistungsverlagen ist wichtig:
Die Autoren von Edition Blaes bezahlen zwar für die Dienstleistung, aber die Einnahmen aus dem Buchverkauf fließen direkt und zu 100 % auf das Konto des jeweiligen Autors. Schreibt ein Autor also einen Bestseller, profitiert ausschließlich er davon.
Apropos Bestseller
Die Autorin Ayse Tuncöz zum Beispiel ist mit ihrem bei Edition Blaes erschienenen Kochbuch innerhalb von nur zwei Tagen die Bestseller-Leiter bei Amazon hochgeklettert.

Auch die Autorin Karin Zimmermann hat es mit ihren Märchen für Erwachsene geschafft, innerhalb von nur zwei Monaten über 2.500 Leser zu begeistern. Mittlerweile hat sie schon die 5. Auflage gedruckt.

Beide Autorinnen haben allerdings intensive PR-Arbeit geleistet. Und PR-Arbeit kostet Zeit!
Doch genau diese Zeit empfinden viele Autoren als lästig. Sie denken, es reiche, ein Buch auf den Markt zu bringen. Ohne PR läuft aber gar nichts. Auch bei den herkömmlichen Verlagen übrigens. Denn die haben kein Budget, um für unbekannte Autoren PR zu machen. Da muss man schon Fitzek, Schätzing oder Zeh heißen. Denn allein deren Namen sind schon ein Garant für hohe Verkaufszahlen. Ob sie die unter schreibqualitativen Aspekten verdient haben, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe Bücher von allen drei gelesen. Fazit: Nicht mein Ding! Allerdings sitzen alle drei beim Erscheinen eines neuen Buches in sämtlichen Talkshows Deutschland …
Wie man erfolgreiche PR macht, zeigt auch der Autor Luzius Flunk, der diesbezüglich sehr aktiv ist.

Weitere Erfolgsgeschichten sind in einem anderen Blogartikel beschrieben.



In der Diskussion um das Thema wird gern behauptet, »verlegen« stamme etymologisch von »vorlegen«. Das ist falsch. Diese Ableitung entspringt dem Wunschdenken ungebildeter Kritiker.
Schlag einfach nach bei Grimm.