Beim Lektorieren eines Buchmanuskriptes bin ich über eine Textstelle gestolpert: ” … sie schwebte über einem Park und einem See, vorbei …” (Dativ)

Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen, denn es kann durchaus sein, dass jemand über einem Park oder See schwebt. Das bedeutet allerdings, dass der- oder diejenige jeweils nur über dem Park oder dem See schwebt – und nirgendwo anders.

Aus folgendem Text geht aber hervor, dass die Protagonistin erst über einen Park, danach über einen See und dann noch weiter schwebt. Sie schwebte also über den See hinweg. Die entsprechende Frage lautet:
Über wen schwebte sie hinweg?
Antwort: Sie schwebte über den See.
Deshalb kommt hier der Akkusativ zum Einsatz: “Sie schwebte über einen See, vorbei …”

Beim Dativ würde die Frage lauten: Über wem schwebte sie?
Antwort: Sie schwebte über dem See.

Ich werde also zweimal einem gegen einen tauschen.

Den Begriff “Felder” werde ich einmal auch austauschen und gegen “Äcker”. Denn Felder steht schon eine Zeile vorher. Und schnell aufeinander folgende Wortdoppelungen sollten vermieden werden – wenn möglich. Der Satz wird also heißen: Bauern bestellten ihre Äcker.

Diesbeüglich ein Tipp: Jeder Autor sollte ein Synonym-Wörterbuch neben seinem Computer stehen haben. Ich habe zwei davon, nutze allerdings mittlerweile überwiegend das Internet, Woxikon zum Beispiel. Es ist das beste Internet-Synonymportal, das ich kenne.

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Dativ oder Akkusativ?

Ein Kommentar zu „Dativ oder Akkusativ?

  • 14. Mai 2020 um 08:11
    Permalink

    Liebe Frau Blaes,

    “deutsche Sprache – schwere Sprache”. Dankeschön für die Berichtigung und Aufklärung . Ganz ehrlich? Ich hätte dieses Passage wohl noch hundertmal überlesen. Zum Glück haben Sie Adleraugen.

    Liebe Grüße,
    Karin Z.

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