Renate Blaes: inkompetent, frech und arrogant?

Bei Edition Blaes wird vor einer Buchveröffentlichung jedes Manuskript unter die Lupe genommen, und da kann es durchaus passieren, dass es abgelehnt wird. Die meisten Autoren tragen eine Ablehnung mit Fassung, aber nicht alle.

Was passieren kann, wenn ich einem Autor kurz und knapp mitteile, dass ich kein Interesse an daran habe, aus seinem Manuskript ein Buch zu machen, ist in folgendem Screenshot zu sehen: eine Bewertung bei Trustpilot.

trustpilot

Wenige Tage später veröffentlicht Angelelli die nahezu wortgleiche Bewertung auch auf meinem Google-Firmenprofil.

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Alles in allem habe ich noch Glück gehabt, lediglich als inkompetent, frech und arrogant bezeichnet zu werden, denn Herr Angelelli benutzt bei seinen Bewertungen gern Begriffe wie »der letzte Dreck«, »erbärmlich« und »Abzocker«.

PS: Vor ungefähr einem Jahr habe ich mit einem Autor ein Beratungsgespräch geführt. Er hatte einen Krimi geschrieben und mich ausdrücklich um meine »ehrliche« Meinung gebeten. Die habe ich ihm gegeben. Die hat ihm aber gar nicht gefallen, weil ich etliche Kritikpunkte hatte – die ich alle ausführlich begründet und erläutert habe. Unter anderem habe ich ihm gesagt, dass ein Buch – in diesem speziellen Fall ein Krimi – eine klar definierte Zielgruppen haben müsse. Sein Buch hatte zwei Zielgruppen: Kinder + Erwachsene. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht funktioniert. Entweder Kinder oder Erwachsene. Das sah er nicht so … und fegte e auch alle anderen Kritik- und Verbesserungspunkte vom Tisch. Ich hatte z. B. auch viele Textstellen entdeckt, sie völlig unlogisch waren …

Eine Woche später schickte der Mann mir eine Mail, in der er schrieb, eine Beratung sei eine »Kakophonie des Grauens« gewesen.

Nun, ich trage es mit Fassung, denn mit Kritik (auch wenn sie konstruktiv ist), kann nicht jeder umgehen. Das weiß ich schon sehr lange …

Allerdings ist das Motto meiner Beratung nicht »gib dem Autor recht«, sondern ich weise ihn auf die Punkte hin, die meiner Meinung nach geändert und/oder verbessert werden sollten. Dabei ist mir wichtig, dass ich erkläre, warum. Dass das für einen Autor nicht immer »lustig« ist, weiß ich. Aber was hat ein Autor davon, wenn ich sein Manuskript lobe, wenn das gar nicht meine Meinung ist?

2. PS: Vor einigen Jahren habe ich selbst ein Buch geschrieben – die Biografie eines Unternehmers. Als das Manuskript fertig war, habe ich zwei gute Freunde nach ihrer Meinung dazu gefragt. Beide sagten übereinstimmend, dass ein bestimmtes Kapitel viel zu lang sei, ich sollte einige Passagen unbedingt streichen.

Ich habe die Passagen aufmerksam gelesen – und musste meinen Freunden rechtgeben: Die Passagen waren zu lang. Also habe ich sie gestrichen. Und das hat dem Buch sehr gut getan …


Wie andere Autoren meine Arbeit einordnen, ist in den Referenzen nachzulesen.

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