Buchdruck: Unterschied zwischen Fadenheftung und Klebebindung

Fadenheftung oder Klebebindung? Die Unterschiede im Buchdruck.

Bei einer Buchveröffentlichung gibt es viel zu beachten. Unter anderem sollte ein Autor den Unterschied zwischen Fadenheftung und Klebebindung kennen.

Die Fadenheftung und die Klebebindung sind unterschiedliche Techniken, um die Seiten eines Buches zu einem Buchblock zu verbinden. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile in Bezug auf Haltbarkeit, Ästhetik und Nutzung des Buches.

Fadenheftung

Die Fadenheftung ist eine hochwertige Buchbindemethode, bei der die Seiten mit Fäden zusammengenäht werden.

Fadenheftung
Hardcoverbücher mit Fadenheftung

Merkmale

Verbindung
Der Buchblock besteht aus sogenannten Lagen (kleinen Gruppen von gefalteten Papierbögen). Diese Lagen werden am Falz mit einem robusten Faden vernäht und dann miteinander verbunden.

Kapitalband
Fadenheftung – Hardcoverbuch

Haltbarkeit
Sehr langlebig, da die Verbindung mechanisch durch Fäden erfolgt und nicht nur auf Klebstoff angewiesen ist. Bücher mit Fadenheftung halten über Jahrzehnte.

Flexibilität
Bücher mit Fadenheftung lassen sich leichter öffnen und bleiben beim Lesen relativ flach liegen, was den Lesekomfort erhöht.

Fadenheftung Hardcover
Fadenheftung bei einem Kinderbuch (Hardcover)

Kosten
Fadenheftung ist teurer, da sie einen höheren Arbeitsaufwand und präzisere Maschinen erfordert.

Anwendung
Fadenheftung wird bevorzugt bei hochwertigen Büchern wie Bildbänden, wissenschaftlichen Werken oder Sammlerausgaben verwendet. Auch bei Kinderbüchern und Kochbüchern ist Fadenheftung zu empfehlen – wegen der deutlich besseren Haltbarkeit.

Wildkräuterkochbuch
Fadenheftung bei einem Kochbuch (Hardcover)

Klebebindung

Bei der Klebebindung werden die Seiten des Buches durch einen Klebstoff zusammengehalten.

Klebebindung
Klebebindung bei einem Softcoverbuch

Merkmale

Verbindung
Die Seiten des Buches werden an der Rückenfläche (also dort, wo die Seiten zusammentreffen) mit einem speziellen Klebstoff verklebt.
Hinweis: Gibt der Buchbinder zu wenig Klebstoff in die Maschine, lösen sich die Seiten aus dem Buch. Wie auf folgendem Foto zu sehen ist.

klebebindung
Unteres Buch mit zu wenig Klebstoff bei der Bindung. Ergebnis: die Seiten lösen sich

Haltbarkeit
Weniger haltbar als die Fadenheftung, da der Klebstoff mit der Zeit spröde werden oder sich lösen kann – speziell bei häufigem Gebrauch.

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miserable Klebebindung: alle Seiten lösen sich

Flexibilität
Bücher mit Klebebindung öffnen sich oft nicht ganz flach. Der Buchrücken bleibt steifer, was das Lesen in bestimmten Situationen erschweren kann.

Kosten
Klebebindung ist günstiger, weil sie weniger aufwendig und schneller herzustellen ist.

Anwendung
Häufig verwendet bei Taschenbüchern, preiswerten Hardcoverbüchern oder Magazinen.

Klebebindung Hardcover
Klebebindung bei einem Hardcoverbuch

Zusammenfassung der Unterschiede

Fazit

Fadenheftung ist die qualitativ hochwertigere Methode und wird für langlebige und anspruchsvolle Bücher eingesetzt. Bei Kochbüchern, die normalerweise häufig benutzt werden, ist Fadenheftung zu empfehlen. Außerdem lassen sich Bücher mit Fadenheftung besser/flacher aufschlagen, was speziell bei Kochbüchern wichtig ist!

Fadenheftung bei einem Hardcoverbuch
Fadenheftung

Klebebindung kostet weniger und eignet sich prima für Romane.

Klebebindung bei einem Taschenbuch

Technische Information zum Thema Buchfalz

Klebebindung benötigt mehr Raum im Buchfalz (Innensteg), weil sich der Buchblock beim Aufschlagen stärker verformt als bei der Fadenheftung. Ursache ist die unterschiedliche Konstruktion des Buchrückens und damit das Öffnungsverhalten.

Bei der Klebebindung werden die Seiten bzw. Bögen ausschließlich über eine Klebeschicht am Rücken verbunden. Diese Verbindung ist relativ starr. Beim Aufschlagen kann sich der Buchblock daher nicht frei entfalten, sondern wird im Bereich des Rückens stark gekrümmt. Ein Teil der Seite verschwindet optisch in dieser Rundung. Dieser Effekt wird als Bundverkürzung bezeichnet. Um Text- und Bildverlust im Innenbereich zu vermeiden, muss der Innensteg entsprechend größer angelegt werden.

Bei der Fadenheftung werden die gefalzten Bögen miteinander vernäht. Diese Nahtstruktur bleibt flexibel, wodurch sich der Buchblock besser segmentweise öffnen kann. Der Rücken ist beweglicher, und die Krümmung beim Aufschlagen ist geringer bzw. gleichmäßiger verteilt. Dadurch fällt die Bundverkürzung schwächer aus, und es kann mit einem kleineren Innensteg gearbeitet werden.

Zusammengefasst:

  • Klebebindung: steifer Rücken → stärkere Wölbung im Bund → mehr verdeckte Fläche → größerer Innensteg erforderlich
  • Fadenheftung: flexible Vernähung → bessere Öffnung → geringere Bundverkürzung → kleinerer Innensteg ausreichend

Bei Bedarf können auch typische Satzspiegel- und Bundstegwerte für beide Bindungsarten genannt werden.

Der Bundsteg ist der Innenrand einer Buch- oder Druckseite, also der Abstand zwischen dem Text- bzw. Bildbereich und der späteren Bindung (dem Buchfalz).

Er sorgt dafür, dass Inhalte nicht im Falz verschwinden oder schwer lesbar werden, wenn das Buch gebunden und aufgeschlagen ist.

Einfach gesagt:

  • Außensteg = Rand zur Außenseite der Seite
  • Bundsteg = Rand zur Mitte des Buches (zum Rücken hin)
Bundsteg
Bundsteg

Funktion des Bundstegs:

  • verhindert, dass Text im Buchfalz „verschluckt“ wird
  • verbessert die Lesbarkeit im gebundenen Zustand
  • gleicht den Raumverlust durch die Bindung aus (besonders bei Klebebindung)

Je nach Bindungsart wird der Bundsteg unterschiedlich groß gewählt:

  • Klebebindung: größerer Bundsteg wegen stärkerer Wölbung
  • Fadenheftung: kleinerer Bundsteg möglich, da sich das Buch besser öffnet

Der Bundsteg ist Teil des sogenannten Satzspiegels, also der definierten Fläche, in der Text und Bilder innerhalb einer Seite angeordnet sind.

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