Auf meinem Schreibtisch liegt ein Buch eines Selfpublishers, das typische Anfängerfehler aufweist. Ein ganz schlimmer Fehler zeigt sich auf folgendem Bild: Der Autor hat ganz offensichtlich die Silbentrennung bei WORD nicht aktiviert (die ist standardmäßig deaktiviert), demzufolge wird im ganzen Buch kein einziges Wort getrennt, was zu teilweise sehr hässlichen Wortabständen führt (besonders schlimm ist die letzte Zeile) und den Grauwert massiv beeinträchtigt.

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Bei den grün markierten Stellen fehlt übrigens jeweils ein Komma, auch ein “beliebter” Fehler bei selbst publizierten Büchern: Man spart sich die Kosten für den Korrekturleser.

Auch beim nächsten Bild sind ein paar Fehler zu sehen.

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1. Erste Absätze werden grundsätzlich nicht eingerückt.
2. Auch hier zu großer Wortabstand durch fehlende Silbentrennung.
3. Absätze nach doppelter Zeilenschaltung (meist macht man das bei einem neuen Abschnitt) werden ebenfalls nicht eingerückt.
4. Kein Fehler, aber der besseren Lesbarkeit wegen werden bei Büchern nicht die normalen Gänsefüßchen gesetzt, sondern Guillemets, das sind “französische” Anführungszeichen, die aus zwei spitzen Klammern bestehen. Man nennt sie auch Chevrons. Für einen guten Lesefluss sind sie besser geeignet als die klassischen Gänsefüßchen, weil sie nicht aus der Zeile ragen.

Grundsätzlich sind in diesem Buch (wie auch bei der gezeigten Seite zu sehen ist) sind sehr viele Absätze mit doppelter Zeilenschaltung dargestellt. Doppelte Zeilenschaltungen werden nur nur bei Gedanken- und Handlungssprüngen gemacht und/oder wenn ein neuer Abschnitt beginnt. Ansonsten beginnt man Absätze einfach mit einer neuen Zeile – in diesem Fall zwecks besserer Lesbarkeit dann mit Einzug.


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7 Gedanken zu „Buchsatz für Anfänger

  • 18. Januar 2019 um 15:50
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    Im 2. Beispiel ist der Zeilenabstand zwischen Zeile 1 und 2 größer als in allen Folgezeilen (wegen des großen P), oder wirkt der Abstand nur größer?
    Wie kann man sicherstellen das der Zeilenabstand immer gleich ist, auch wenn der erste Buchstabe größer geschrieben ist?

  • 18. Januar 2019 um 15:57
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    Das ist eine optische Täuschung – wegen des unglücklichen Wortabstandes der ersten Zeile und dem dadurch entstandenen Weißraum.

    Dass gleicher Zeilenabstand gewährleistet ist, kann man z. B. bei den Format- bzw. Voreinstellungen festlegen. Bei einem Profiprogramm wie InDesign haben Initialen aber separate Einstellungen und verändern den Zeilenabstand des Fließtextes nicht.

  • 18. Januar 2019 um 16:22
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    Die Punkte 1, 3 und 4 sind eher Geschmackssache als richtig oder falsch.

  • 19. Januar 2019 um 11:23
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    Zur Geschmacksfrage: »Die Punkte 1, 3 und 4 sind eher Geschmackssache als richtig oder falsch.«
    Kann man so sehen, aber nach den anerkannten Regeln guter Praxis sind die Punkte, die Renate anführt, durchaus als Fehler anerkannt. Es gibt halt auch guten und schlechten Geschmack!

    Wenn ich eine Sache erst einmal dem Geschmack anheim gebe, wird sich die Frage, ob etwas guter oder schlechter Geschmack ist, auch daran orientieren, wieviel Arbeit etwas macht. Will sagen: Standardkorrekturen, die viel Arbeit machen, werden dann schnell zur Geschmacksfrage erklärt.

  • 19. Januar 2019 um 11:41
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    Ich teile Ihre Sichtweise, lieber Hans-Joachim Schneider. Danke!

  • 20. Januar 2019 um 19:22
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    Ja, die unregelmäßigen Wortabstände sind hässlich. Die Handlung klingt aberoriginell. Die Apostel als Beratungsfirma? Wieheißt denn das Buch?

  • 20. Januar 2019 um 20:11
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    Heaven Leaks

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