waffe

Schlägt man die Programmzeitung auf, wird man fast “erschlagen” von der Masse an Krimi-Angeboten. Bei den meisten handelt es sich um simpel gestrickte Mord- und Totschlaggeschichten, die man anschaut – und sofort vergisst. Weil sie nichts beim Zuschauer hinterlassen außer der Frage nach ihrem Sinn.

Frank Zeller hat bei süddeutsche.de einen interessanten Artikel zum Thema geschrieben. Und er fragt sich – zu Recht – ob die Behauptung der Filmemacher stimmt, ihre Arbeiten bildeteten die gesellschaftliche Realität ab.

Meine Meinung dazu ist: Die Sender jeglicher Couleur sollten mehr Filme produzieren, die zum Nachdenken anregen, oder zum Lachen, oder zum Weinen. Was die Krimiflut im deutschen Fernsehen betrifft, so ist sie zwar zum Weinen – aber nicht in dem von mir gemeinten Sinn. Zum Weinen ist, dass den Filmemachern nichts Besseres einfällt, als einen Krimi nach dem anderen zu produzieren. Alle nach demselben Strickmuster – und neuerdings gern musikalisch unterlegt mit unheilschwangerem Gedröhne. Da hat wohl jemand auf dem Synthesizer einen neuen Klang entdeckt … und alle machen ihn nach.

Was mir auch noch auffällt: Die Wörter “Scheiße” und “Fuck” in den Krimis nehmen ebenfalls virulent zu. Hab neulich mal ein bisschen gezählt … in einem Tatort ungefähr 50 mal “Scheiße”. Hab keine Strichliste geführt, könnte deshalb auch mehr gewesen sein. Die Drehbuchschreiber sind auch nicht mehr das, was sie mal waren …

Deutschland in Krimiwahn?

2 Gedanken zu „Deutschland in Krimiwahn?

  • 9. Januar 2019 um 09:48
    Permalink

    Zum Glück bilden die Arbeiten der Filmemacher nicht die gesellschaftliche Realität ab. Wenn die Mordrate in den Krimis die Realität wäre, dann wäre Deutschland inzwischen ausgestorben 🙂

  • 9. Januar 2019 um 10:27
    Permalink

    So ähnlich hat sich ein Kommentartor bei Facebook auch ausgedrückt. Er meinte, mittlerweile habe (in den Filmen) jedes Dorf einen Serienkiller. Wäre die Realität auch so, gäbe es keine Menschen mehr in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.