Ein Titelbild für ein Buch entsteht

Das Titelbild eines Buches ist die visualisierte Visitenkarte des Buchinhaltes, demzufolge spielt das Design eine große Rolle für den Verkaufserfolg.

Der Journalist Timo Lämmerhirt hat ein Buch geschrieben: Meine Superhelden gegen Corona. Für die Gestaltung des Titelbildes hatte er klare Vorstellungen – eine zusammen mit seiner Tochter gezeichnete Illustration einer Superhelden-Faust, die einem Corona-Virus droht.

laemmerhirt

Kein Kinderbuch!

Als ich die Illustration sah, wusste ich sofort: Die funktioniert nicht als Titelbild. Das sagte ich dem Autor, und erklärte es auch. Er habe schließlich kein Kinderbuch geschrieben, sagte ich. Mit einer zündenden Bildalternative konnte ich in diesem Moment allerdings nicht aufwarten.

Dann bekam ich eine E-Mail von einem Portal, wo ich öfter interessante und außergewöhnliche Schriften kaufe. Bei den Angeboten sind stets anschauliche Beispiele der einzelnen Schriftarten dabei – so auch dieses Mal. Ich warf einen Blick auf Schriftbeispiele, dabei fiel mir eine ins Auge, und sofort wusste ich: Die grundsätzliche Titelidee war gefunden. Diese Comic-Superheld-Wumm-Blase mit der Schrift Bombastic ist perfekt für Lämmerhirts Buch.

Also schickte ich dem Autor eine E-Mail und schrieb: “Ich habe die perfekte Titel-Idee entdeckt.”

Danach telefonierten wir miteinander, und während des Telefonats schickte ich ihm obigen Screenshot. Denn ich wollte mit ihm sprechen – sobald er die Idee vor Augen hatte. Ich wollte seine spontane Reaktion erleben …

Erfreulicherweise teilte Lämmerhirt meine Meinung, dass die Wumm-Blase mit der Bombastic sich prima als Titelbild eignet. Ich kaufte die Schrift und machte mich an die Arbeit. Entwickelte eine Wumm-Blase und baute die Bombastic ein.

Das Ergebnis war schon ganz zufriedenstellend. Fand ich – der Autor fand das auch.

Bombastic?

Dann machte ich einen Spazierganz durch meinen Schriftenordner, der über zweitausend Schriften enthält. Ich wollte herausfinden, ob ich vielleicht eine Schrift habe, die sich noch besser eignet als die Bombastic. Es gab etliche, die infrage kamen, und ich baute sie testweise in meinen Entwurf ein. Drei davon sind hier zu sehen.

Andere Schrift!

Es dauerte nicht lange, und Lämmerhirt und ich waren uns einig: Wir nehmen nicht die Bombastic, sondern die Comics-Cartoon, weil sie markanter ist. Spitzer und weniger rund geschnitten, wodurch sie kräftiger und entschlossener wirkt. Also den Buchtitel besser repräsentiert.

Irgendwas fehlt noch!

Damit war die Sache mit dem Buchtitel eigentlich erledigt. Eigentlich! Denn als ich so in mich hineinhorchte, stellte ich fest, dass ich nicht wirklich zufrieden war. Irgendetwas fehlte noch! Ich überlegte und kam schließlich auf die Idee, in den Farbhintergrund ein Corona-Virus einzubauen. Fein und dezent, mit nur 15 % Deckkraft. Das Designelement sollte nicht ins Auge springen, sondern subtil wirken.

Designelement macht den Titel perfekt

Ja, das war es, war noch gefehlt hatte. Ich war zufrieden mit dem Endergebnis, und Lämmerhirt freute sich: “Frau Blaes, das ist ja ne coole Idee … meine Frau und ich haben sie in drei Sekunden durchgewunken.”

PS: Die Zusammenarbeit mit Timo Lämmerhirt lief übrigens von der ersten Minute an sehr harmonisch, und mittlerweile gibt es weiteres Buch von ihm bei Edition Blaes, unmd Timo hat sich für die rechte Farbvariante entschieden.

Über seine Erfahrungen mit mir hat Timo Lämmerhirt einen kleinen Artikel für die Referenzen geschrieben.

Bestellen kann man sein Buch im Shop von Edition Blaes. Und auch beim Autor direkt, auf seiner Website “Lautstube”.

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