Tipps für Autoren – genau die folgende Liste hätte ich gebraucht, als ich mein erstes Buch selbst veröffentlicht habe.

Der Traum vom eigenen Buch

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Ein Buch schreiben – viele Menschen träumen davon, viele schreiben tatsächlich eines. Renommierte Autoren und mittlerweile auch ganz normale Zeitgenossen, und ständig werden es mehr. Die Zahl der Autoren, die ihr Buch selbst veröffentlichen, nimmt immer mehr zu. Mitterweile gibt es genauso viele Selfpublisher (auch Indie-Autoren genannt) wie Verlagsautoren. Und es gibt auch sehr viele Autoren, die sowohl in einem Verlag als auch in Eigenregie veröffentlichen, die sogenannten Hybrid-Autoren.

Sie schreiben sich ihre Erlebnisse von der Seele, teilen ihre Gedanken und Gefühle mit, plaudern aus dem Nähkästchen, geben ihr Wissen preis und/oder lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Sie schreiben Krimis, Thriller, Erotikbücher, Liebesromane, Tierbücher, Kinderbücher, Kochbücher … das Themenspektrum ist breit,schreiben ist en vogue.
Dazu nun ein paar Tipps aus meiner persönlichen und über 35jährigen Erfahrung – im Zusammenhang mit einer Buchveröffentlichung.

Was schreibe ich?

Schreiben braucht Übung. Sie sollten deshalb Ihre schriftstellerische Laufbahn nicht unbedingt mit einem 700-Seiten-Epos beginnen. Fangen Sie mit Kurzgeschichten an. Eine kleine Geschichte ist relativ schnell geschrieben und bringt ein schnelles Erfolgserlebnis. Und sieben Seiten (selbstkritisch) zu bewerten, ist einfacher als 700.

Über welche Themen schreibe ich?

Versuchen Sie nicht, den Nachfolger von „Harry Potter“ zu verfassen. (Die Autorin dieser Bücher-Serie ist über den enormen Erfolg selbst verblüfft und zählt heute zu den reichsten Bewohnern Englands.) Beschreiben Sie Ereignisse aus Ihrem Umfeld. Jeder von uns erlebt Situationen, die beschreibenswert sind. Und wer Talent hat, kann auch (scheinbar) Banales so in Worte fassen, dass andere Spaß daran haben. Siegfried Lenz zum Beispiel hat eine Geschichte geschrieben, die mich nachhaltig gefesselt hat. Die Handlung (Plot heißt das in der Fachsprache) in Kurzform: Ein Studenten-Ehepaar beginnt den Tag. Der Mann geht in die Uni um eine Prüfung zu absolvieren. Die Frau geht in die Stadt um einzukaufen, weil abends die Prüfung gefeiert werden soll. Doch abends ist der Frau übel, die Feier findet nicht statt. – Diese nicht besonders spektulare Handlung ist auf rund 20 Seiten beschrieben und liest sich wie ein Krimi.

Aber auch wenn Sie biografisch schreiben, halten Sie sich nicht sklavisch an die Realität. Es gibt Vieles, das man weglassen muss, weil es langweilig ist, und es gibt manches, das man erfinden sollte, weil es für den Spannungsbogen wichtig ist. Der Leser will unterhalten werden, dabei interessiert es ihn nicht, ob die eine oder andere Passage nicht zu hundert Prozent der Wahrheit entspricht.

Wie schreibe ich?

Dazu empfehle ich die Lektüre des Buches „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ von James N. Frey. Sie müssen seinen Empfehlungen nicht eins zu eins folgen, aber er gibt doch wichtige Tipps. Unter anderem den: Wenn man bei einem Wort, Absatz oder Abschnitt überlegt, es/ihn zu ändern, zu kürzen oder vielleicht ganz zu streichen, dann sollte man das unbedingt machen. Denn wenn Sie selbst schon darüber stolpern, stolpert der Leser erst recht darüber. Denn der ist nicht – wie Sie – in Ihren Text verliebt.

Also: Alles, worüber Sie stolpern, sollten Sie entweder ändern oder streichen. Denn wenn Sie schon überlegen, ob das Wort, der Satz/Absatz schlecht ist, dann ist er es wohl auch. Gut ist er auf keinen Fall, sonst wäre es/er Ihnen nicht aufgefallen. Ich habe in meinen eigenen Büchern schon Sätze und Absätze gestrichen, bei denen mir das Herz blutete – weil ich sie so Klasse fand. Ich habe sie trotzdem gelöscht, weil es für den Lesefluss einfach besser war. Hinterher war ich froh darüber.

Buchempfehlungen zum Thema:
Kreativ schreiben
Autor: Fritz Gesing

Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben
Autor: Roy Peter Clark

Über das Schreiben
Autor: Sol Stein

Das Leben und das Schreiben
Autor: Stephen King

Der korrekte Buchsatz

Buchseite im Taschenbuchformat

Eine Buchseite sollte in eineinhalbfachem Zeilenabstand geschrieben sein und ungefähr 30 Zeilen à 60 Anschläge pro Seite haben und im Blocksatz gesetzt sein. Das ist der Standard bei einer Buchseite im Taschenbuchformat Genaue Maß-Vorschriften gibt es hier nicht. Die Abmessungen variieren zwischen 12 – 15 cm in der Breite und 18 x 21 cm in der Höhe.

Typografie des Inhalts

Hier gilt wieder: ungefähr 30 Zeilen à 60 Anschlägen. Zeilenabstand eineinhalbfach. Blocksatz.
Als Schrift für den Buchblock hat sich die mit Serifen bewährt. Das sind die kleinen Abschlussstriche oben und unten, die das Auge besser durch die Zeile lenken, und der Text dadurch leichter zu lesen ist. – Die „Times“ oder „Garamont“ sind zum Beispiel solche Schriften.

Achten Sie auf die Silbentrennung und vermeiden Sie große Wortabstände. Manche Programme trennen nämlich sehr sparsam und lassen große Lücken zwischen den einzelnen Wörtern entstehen – was äußerst unschön aussieht. Notfalls müssen Sie entsprechende Worttrennungen in Kleinarbeit selbst vornehmen.

Umschlag-Gestaltung

Ein grundsätzlich zwingendes Rezept für die Gestaltung des Umschlags (im Eigenverlag) gibt es nicht, außer dass er aus vier wesentlichen Elementen bestehen sollte.
– Titel, also Name des Buches
– Name des Autors
– Name des Verlages
– Art des Inhalts (Kurzgeschichten, Roman, Erzählung etc.)

Für die grafische Gestaltung gibt es mannigfaltige Möglichkeiten. Ob Sie mit Foto, Zeichnung oder nur Typografie arbeiten, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Wichtig dabei ist, dass der Titel nicht überfrachtet ist, einen (subtilen) Bezug zum Inhalt hat und die Angaben gut zu lesen sind. Am besten ist, Sie überlassen die Gestaltung einem Fachmann und beschäftigen sich lieber mit dem Inhalt!
Auf der Rückseite sollten Sie ein Mini-Exposé, ISBN-Nummer (mit Barcode) und Preis des Buches unterbringen.
Und vergessen Sie den Buchrücken nicht! Autor und Titel sollten dort stehen.

Wie finde ich einen Verlag?

Selbst einen Verlag zu suchen, ist mühsam bis aussichtslos. 95 % aller eingeschickten Mannuskripte werden abgelehnt. Aber es gibt Literaturagenturen. Hat man erstmal eine Agentur für sein Manuskript begeistert, stehen die Chancen, einen Verlag zu finden, ziemlich gut. Aber wie findet man eine seriöse Literaturagentur? Am besten man googelt oder greift zum Branchenbuch. Am besten ist der Kontakt mit bereits veröffentlichten Autoren.

Fragen Sie beim Gespräch mit der Agentur nach Referenzen. Die sollten eigentlich auf der Homepage einer seriösen Agentur zu finden sein. Und die Referenzen sollten aktuell sein.

Zahlen Sie auf keinen Fall vorab der Agentur ein Honorar. Eine seriöse Agentur arbeitet mit Erfolgshonorar, das heißt, sie bekommt Provision, sobald der Vertrag mit einem Verlag unter Dach und Fach ist. Üblich sind 15 %. Fünf Prozent rauf oder runter sind auch möglich.

Verlangt eine Agentur Geld für Lektorat oder ähnliche Leistungen, lassen Sie die Finger davon. Das Lektorieren des Manuskripts erledigt normalerweise der Verlag (ein Verlag, der es sich leisten kann, die Kosten dafür zu übernehmen. Das heißt, ein Buch zu veröffentlichen, dessen Verkauf mindestens die Produktionskosten einbringt. Mein Verlag zählt (noch) nicht zu dieser Art von Verlagen. Dazu fehlen mir die Bestseller-Einnahmen. Denn nur von den Bestseller-Einnahmen kann ein “normaler” Verlag überhaupt existieren). Die Agentur ist lediglich dazu da, das Manuskript zu vermitteln und die Autorenhonorare und Vermarktungsrechte auszuhandeln. Taschenbuchrechte bei einem anderne Verlag und Filmrechte spielen dabei eine Rolle.

Bevor Sie Ihr Manuskript an eine Agentur senden, sollten Sie sicher sein, dass sie auch Ihr Genre im Programm hat. Hat sich eine Agentur beispielsweise auf Kinderbücher spezialisiert, wird sie kaum Interesse an einem Fachbuch über Pferdezucht haben.

ISBN-Nummer

Wenn Sie Ihr Buch selbst verlegen, sollten Sie sich eine ISBN-Nummer zulegen, damit das Buch auf den herkömmlichen Wegen im Buchhandel gekauft werden kann. Diese Nummer besorgt der jeweilige Druck-Anbieter.

Wenn Sie Ihr Buch bei Edition Blaes verlegen, bekommen Sie natürlich auch eine ISBN-Nummer. Kosten: EUR 95,00 + 19 % MwSt.

VLB

Lektorat

Korrektorat

Sie können Ihr Manuskript hundert Mal lesen, und es wird immer noch Tippfehler haben. Lassen Sie es deshalb von einem Menschen lesen und korrigieren (Korrektorat), der mit dem Inhalt nichts zu tun hat, sondern ihn einfach nur aufmerksam auf Fehler hin untersucht. Sie werden sich wundern, was der so alles findet …


Ich lektoriere und korrigiere Texte seit über 35 Jahren. Sie können mir Ihr Manuskript also getrost anvertrauen.


Public-Relations

So, Ihr Buch ist gedruckt und schön anzusehen. Aber wie erfährt die Öffentlichkeit davon?
Zuerst bringen Sie es bei den Internetbuchhändlern wie „amazon“ oder „libri“ unter . Wie das geht, erfahren Sie auf deren websites. – Dazu brauchen Sie übrigens die oben erwähnte ISBN-Nummer.

Und dann sollten Sie Rezensionsexemplare an die für ihr Thema relevanten Zeitschriften- und Zeitungsverlage verschicken. Am besten ist, Sie rufen vorher an, sprechen mit dem zuständigen Redakteur und schicken Ihr Buch dann mit einem kleinen Anschreiben an ihn direkt. Mit dieser persönlichen Vorgehensweise ist die Chance einer Rezension erheblich höher als wenn die Ihr Buch einfach an die Redaktion schicken. Und bieten Sie regionalen Zeitschriften und Radiosendern ein Interview mit Ihnen an. Die machen das erfahrungsgemäß gern.

Ich berate und unterstütze Autoren in allen PR-Angelegenheiten.

Amazon

Es empfiehlt sich, Ihr Buch bei Amazon listen zu lassen. Dazu brauchen Sie einen Account dort.

Sobald eine Rezension einer Zeitung oder Zeitschrift vorliegt, sollte sie Ihrem Buch bei Amazon angefügt werden. Das versteht sich eigentlich von selbst. Allerdings müssen Sie selbst dafür sorgen.

Aktivitäten im Internet

Tummeln Sie sich im Internet bei Facebook, Twitter, Google etc. Es gibt jede Menge Autoren-Foren und andere Möglichkeiten. Wenn Sie (so wie ich) beispielsweise ein Katzenbuch geschrieben, posten Sie Beiträge auf Foren von Tierseiten. Schauen Sie, wo Sie auf sich aufmerksam machen können. Selbstverständlich muss das dezent sein. Holzhammermethoden sind kontraproduktiv.

Autorenblog

Ein Blog ist für einen Autor unabdingbar wichtig.

Wie finde ich die geeignete Druckerei?

Lesung

Veranstalten Sie Lesungen. Aber drücken Sie den Leuten nicht nur Ihre Texte aufs Auge, sondern machen Sie ein kleines Ereignis daraus. Lesungen mit Live-Musik z. B. haben sich gut bewährt. Ein kleines Essen dabei kann auch nicht schaden. Das Ganze muss auch nicht kostenlos sein. Ein kleiner Obolus für Musiker und Häppchen wird gern bezahlt.

Fragen Sie auch Ihren Buchhändler vor Ort, ob er Lesungen veranstaltet. Wenn nicht, schlagen Sie ihm eine vor.

Sprechen lernen

Bevor Sie in der Öffentlichkeit,in einem Podcast oder Youtube-Video lesen, sollten Sie unbedingt „sprechen“ lernen, was gübrigens ar nicht so einfach ist. Kaufen Sie sich „Der kleine Hey – Die Kunst des Sprechens“, leisten Sie sich ein paar Stunden bei einem Sprech-Trainer (Branchenbuch), und vor allem: Üben Sie! Lesen Sie so oft wie möglich – und zwar laut. Das übt einerseits, und andererseits stolpern Sie beim lauten Lesen leichter über verbesserungsbedürftige Textstellen.

Lassen Sie dabei ein Band mitlaufen. Wenn Sie zum ersten Mal hören, wie Sie sprechen, werden Sie sich vermutlich stark überlegen, ob Sie das irgendjemandem zumuten wollen. Aber verlieren Sie nicht den Mut. Auch sprechen lässt sich lernen. Sie müssen ja nicht zum Profi werden, trotzdem sollten die Zuhörer Ihnen gern zuhören. Und das machen sie aber nur dann, wenn Sie nicht nuscheln, sondern langsam und akzentuiert sprechen und nicht einfach nur monoton vom Blatt ablesen.

Apropos Profi: Legen Sie sich Hörbücher zu und achten Sie darauf, wie der Specher liest. Wie und wo er Pausen einlegt, Sprechgeschwindigkeit und Tonlagen ändert und so weiter. Sprechen Sie Passagen nach. Am besten, indem Sie das gesprochene Buch kaufen, Sätze und Passagen laut lesen, aufnehmen und dann den von Ihnen gesprochenen Text mit dem des Sprechers vergleichen. Da wird Ihnen an der einen oder anderen Stelle ein helles Licht aufgehen.

Sprechen lernen können Sie z. B. auch mit dem Sprecher, Sänger und Trainer Frederik Beyer. Das geht auch per Internet. Setzen Sie sich mit ihm in Verbindung, er ist sehr sympathisch und hat eine tolle Stimme!

Schreib-Wettbewerbe

Im Internet gibt es diverse Portale, wo Schreibwettbewerbe durchgeführt werden. Beteiligen Sie sich daran! Auch falls Sie keine Lorbeeren dabei gewinnen (sollten), es übt. Und Übung ist wichtig – für jeden der schreibt.

Zum Schluss mein persönlicher Tipp

Lesen Sie Bücher anderer. Achten Sie darauf, was Ihnen gefällt und was Ihnen nicht gefällt. Analysieren Sie beides und versuchen Sie, es bei Ihren eigenen Werken zu berücksichtigen. – Was gar nicht so einfach ist, leider.

In diesem Sinn wünsche ich viel Erfolg – und vor allem Spaß. Denn das ist das Wichtigste beim Schreiben überhaupt.


Ich berate und unterstütze Autoren bei sämtlichen Angelegenheiten!