Dass Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen, ist längst nicht mehr neu. So kam mein erstes selbst veröffentliches Buch vor rund 25 Jahren auf den Markt. Mittlerweile erscheinen in Deutschland genauso viele Bücher von Selbstpublizierern wie von Verlagen.

Einige davon stehen Verlagsprodukten in nichts nach. Vielen davon allerdings sieht man an, dass ein Laie am Werk war.

Hier ein typisches Beispiel für unprofessionellen Buchsatz – nicht mit Originaltext, weil es mir keinen Spaß macht, andere bloßzustellen (bei zitiertem Text muss der Urheber genannt werden). Der Blindtext spiegelt aber exakt den Originaltext – mit all seinen kleinen Fehlern.

Hier das Original. Schriftgröße: 11 Punkt, Zeilenabstand: 18 Punkt.

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(zum Vergrößern auf Bild klicken)

Für meinem Geschmack sind die Ränder zu klein und der Zeilenabstand etwas zu groß. Hier mein Vorschlag (mit bereits korrigierten Fehlern): dieselbe Schriftgröße: 11 Punkt, Zeilenabstand: 15 Punkt, Ränder etwas breiter. Aber das ist Geschmackssache.

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Im Screenshot sind die Typo-Fehler markiert.

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1. Unterschiedliche Anführungszeichen (ist vermutlich passiert beim Tausch normaler Anführungszeichen gegen Guillemets).

2. Kein Erstzeilen-Einzug bei den Absätzen (ist nicht zwingend, aber der besseren Lesbarkeit wegen unbedingt anzuraten).

3. Das schlimmste Hurenkind, das mir je unter die Augen gekommen ist. (Im Originaltext steht es genau so da wie gezeigt.)

Vermeintlich sind das alles Kleinigkeiten – zumindest ist das die Meinung der meisten Selbstpublizierer. Ich sehe das anders. Von einem Buch mit üblichem Marktpreis erwarte ich auch üblichen, also professionellen, Inhalt – nicht nur, was den Text betrifft.

PS: Dass das Buch auch keinen Korrekturleser hatte, sollte ich auch noch erwähnen. Etliche Tippfehler, fehlende Anführungszeichen, Namensverwechslungen …

Typische Anfängerfehler beim Buchsatz

Ein Gedanke zu „Typische Anfängerfehler beim Buchsatz

  • 21. August 2018 um 13:00
    Permalink

    Ich finde es schon gut, wenn man auch solche Tipps bekommt. Ich publiziere bei BoD und habe mir so viele Gedanken darüber noch nicht gemacht. Nach der fünften oder sechsten Korrektur fängt es meist an, unübersichtlich zu werden. Lektorate und Korrektorate sind einfach so teuer, dass es sich nur wenige leisten können. Bei der Menge der Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, ist es im Allgemeinen nicht möglich, bei einem dreihundert Seiten Roman, solche Kosten, auch nur annähernd, wieder hereinzubekommen. So muss man versuchen, aus dem Vorhandenen, das Beste zu machen, und eben solche Tipps dankbar annehmen.

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