Nimmt man einen Roman in die Hand, so ist der Buchinhalt meistens aus einer Serifenschrift gesetzt. Der Grund: Serifenschrift liest sich besser als Groteskschrift. Das liegt daran, dass die Serifen (ich nenne sie “Füßchen”) das Auge besser leiten. Für große Textmengen kommt also überwiegend eine Serifenschrift zum Einsatz.

Es gibt sehr viele Serifenschriften, ich zeige hier die für Buchsatz gängigsten. (Zum Vergrößern aufs Bild klicken.)

Schrift ist (nicht nur) Geschmackssache
Wie man sehen kann, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Schriftarten/Schriftschnitten. Manche gefallen mir persönlich nicht besonders gut, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich finde, die Didot liest sich nicht so gut wie die Janson. Relevant für die Wahl einer Schrift ist aber die Lesbarkeit.

Die Schriftgröße ist bei allen Beispielen dieselbe: 10 Punkt. Der Zeilenabstand ist ebenfalls derselbe. Trotzdem sieht man, dass manche Schriften mehr Platz brauchen als andere.

Jede Schrift hat eine andere Laufweite
Bei meinem Roman “Post von Dornröschen” (dessen Anfangsseiten ich hier verwendet habe), braucht am wenigsten Seiten die Bernhard modern mit 202 Seiten. Die Baskerville ergibt 207 Seiten, die Didot 222 und am meisten Platz braucht die Walbaum mit 226 Seiten. Immerhin 10 % mehr bzw. weniger.

Man kann also Seiten sparen bzw. zusätzliche Seiten generieren mit unterschiedlichen Schriftarten.

Zum Schluss hier ein kleiner Überblick der gezeigten Schriften. (Zum Vergrößern aufs Bild klicken.)

Buchtypo

Fazit: Eine Schrift hat zwei Hauptaufgaben: Sie muss Botschaften/Informationen rüberbringen, und sie sollte gut/angenehm zu lesen sein. Wenn sie optisch zusätzlich noch subtile Botschaften vermittelt … umso besser. Aber Letzteres gilt eigentlich nicht für Fließtext, sondern für Headlines und Buchtitel. Denn wie sagte mein Typo-Professor Günter Gerhard Lange: Schrift spricht eine Sprache (sinngemäß zitiert).



PS: Die Initiale ist übrigens aus der Zallmann Caps gesetzt. Kreiert hat diese wunderschöne Zierschrift der Designer David Rakowski. Ich habe ihm eine Email geschickt und gefragt, ob und zu welchen Konditionen ich seine Schrift in meinem Roman verwenden darf. Er hat prompt reagiert und mir erlaubt, die Schrift kostenlos zu verwenden. Thank you very much, David!

Welche Schrift für ein Buch
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