Bereits in der Überschrift ist ein Wort zu sehen, das ich grauenhaft finde: Sprech. Wer – zum Teufel – hat diesen Begriff eigentlich erfunden? Ich glaube, wir haben ihn George Orwell und seiner Dystopie 1984 zu verdanken, und jedes Mal, wenn ich dieses Wort höre oder lese, stehen mir die Haare zu Berge – bildlich gesprochen.

Und ich frage mich auch, wer und warum ihn so dringend benötigt? Reicht der Begriff Sprache nicht mehr aus? Wir Deutsch*innen haben ohnehin einen Wortschatz, um den uns andere beneiden (könnten), denn er umfasst rund 500.000 Wörter. Davon benutzt der Durchschnittsdeutsche aktiv rund 2.500, der überdurchschnittlich Gebildete benutzt deutlich mehr.

Kommunikation
Sprache, geschrieben und gesprochen, dient zur Kommunikation. Ich will dir etwas mitteilen, also spreche oder schreibe ich. Und zwar so, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du verstehst, was ich meine, sehr hoch ist. Trotzdem gibt es Missverständnisse ohne Ende, weil nicht darauf ankommt, was ich sage, sondern wie mein Gegenüber mich versteht bzw. verstehen will. Und meiner ganz persönlichen Erfahrung nach sind Missverständnisse vorprogrammiert, wenn ich etwas sage, das auch nur im Geringsten nach Kritik riecht. Diesem Phänomen gehe ich aber besser in einem gesonderten Beitrag auf den Grund …

Ausdrucksweise

Also komme ich zu dem Thema, das mir am Freitagabend – mal wieder – aufgestoßen ist: die genderneutrale Ausdrucksweise. Am jenem Abend nämlich habe ich die Talkshow 3nach9 (Radio Bremen) angeschaut. Unter den Gäst*innen war u. a. die Moderatorin Dunja Hayali, und die bemühte sich sehr um einen korrekten Gendersprech, so sagte sie zum Beispiel: Politiker*innen, Polizist*innen, Bäcker*innen etc.

Mensch*innen?
Einem Menschen (konsequenterweise: einer Mensch*in) zuzuhören, die anderen Mensch*innen gendergerecht mitteilt, was sie zu sagen hat, ist schlichtweg eine Qual: Unternehmer*innen, Virolog*innen, Ärzt*innen, Baggerfahrer*innen, Lehrer*innen, Nachbar*innen, Student*innen und so weiter und so weiter …

Allerdings hat auch Frau Hayali vergesslicherweise von Menschen gesprochen. Ob ihr das wieder einen Shitstorm auf den sozialen Medien einbringen wird? Vermutlich, schließlich ist der Begriff der Mensch auch diskriminierend und keinesfalls geschlechterneutral, oder?

Autor*innen?
Was mich betrifft, so werde ich sprechen, wie ich es immer schon mache. Werde also von Autoren sprechen/schreiben, wenn ich schreibende Zeitgenossen im Allgemeinen meine. Auf Autor*innen, oder AutorInnen, oder Autor_innen, oder Autor:innen, oder Autor(innen) verzichte ich. Ich verzichte deshalb darauf, weil diese geschlechterneutralen Begriffe meiner Meinung nach unsere Sprache verhunzen. Geschrieben und gesprochen gleichermaßen. Und wenn ich was nicht leiden kann, dann ist es verhunzte Sprache.

Der Gendersprech kann mich mal
Ich liebe eine klare und leicht verständliche Ausdrucksweise. Begriffe wie Zuschauende (statt Zuschauer), kommen mir nicht über die Lippen/Tasten. Der Gendersprech geht mir schlichtweg am Allerwertesten vorbei. Und in diesem Zusammenhang interessiert mich auch der Gender-DUDEN (mit seinen rund 3.000 neuen Wörtern) nicht. Denn den DUDEN und seine teilweise unlogischen und kaum bis gar nicht nachzuvollziehenden Regeln hab ich auch auf dem Kieker, deshalb werden in Zukunft in meinen Artikeln (und Büchern) keine Gendersternchen mehr zu sehen sein, die heutigen Sternchen sind eine Ausnahme …

Links zum Thema:
Spiegel
Der Bürgerinnen- und Bürgermeister
Genderwahn

Und hier noch ein Video von Dr. Erwin Lammenett, der dem Gendersprech genauso verständnislos gegenübersteht wie ich:

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Wie man Sprache verhunzt: Gendersprech

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